Rheuma: Die zwölf besten Therapien

Bei modernen Kuren steht der Patient im Vordergrund.

Rund neun Millionen Deutsche sind Rheumatiker – die meisten zwischen 40 und 60. Doch Rheuma ist kein „Zipperlein“. Es ist eine bis heute nicht heilbare Krankheit und hinter Rheuma verbergen sich mehr als 400 einzelne Krankheiten: von Arthrose, Arthritis bis zu Gicht oder Weichteil-Rheuma. Gemeinsam sind allen die meist sehr starken Schmerzen (oft in den Gelenken).

Da war ein Mittel wie das nun in Verruf geratene Vioxx willkommen. Rund 360.000 Deutsche nahmen das Mittel – oft über Jahre. Vorbei! Die Nebenwirkungen zu riskant, womöglich sogar lebensbedrohlich. Zum Glück haben Ärzte viele Therapien entwickelt, die Rheumatikern wirklich helfen können – von Alternativen zu Vioxx bis hin zu natürlichen Methoden.

Die richtige Methode

So unterschiedlich die Rheumaformen, so verschieden die Therapien. Das Wichtigste: die individuell richtige Therapie finden. Vieles probieren, es gibt nicht DIE eine Behandlung bei Rheuma.

Hilfreich ist immer Bewegung oder Sport – gerade wenn man wegen der Schmerzen in den Gelenken glaubt, Ruhe wäre ideal. Schließlich kann es sinnvoll sein, verschiedene Therapien (die meist von der Kasse übernommen werden) miteinander zu kombinieren. Entscheidend ist nur, ob etwas hilft.

Medikamente

Meist werden bei Rheuma schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente verschrieben. Notwendig ist, die Mittel über längere Zeit zu nehmen. Ausnahme: Bei Arthrose sollen Medikamente immer abgesetzt werden, sobald die Schmerzen nachlassen. Wegen möglicher Nebenwirkungen ist es wichtig, Wirkstoff und Dosis genau mit dem Arzt abzustimmen. Und trotz Vioxx: Es gibt zahlreiche Medikamente, die man beruhigt nehmen kann (Arzt fragen!).

Ergotherapie

Dies ist eine ganzheitliche Methode. Durch gezieltes Training soll die Beweglichkeit erhöht werden. Übungen helfen Rheumatikern im Alltag. Ziel ist größtmögliche Selbständigkeit.

Krankengymnastik

Im Gegensatz zur langfristig angelegten Ergotherapie werden bei der Krankengymnastik mit gezielten Übungen akut betroffene Muskeln und Gelenke stabilisiert. Man lernt, die betroffenen Gelenke trotz der Schmerzen richtig zu bewegen – und durch diese Bewegung letztlich sogar die Schmerzen zu lindern.

Wassergymnastik

Vor allem Menschen mit Arthritis fällt es leichter, sich im warmen Wasser zu bewegen. Für sie kann Wassergymnastik eine gute Alternative zur normalen Krankengymnastik sein. Denn im Wasser sind Schmerzen weniger spürbar. Sie regt Knochenaufbau und Stoffwechsel an. Tipp: In vielen Schwimmbädern werden Kurse angeboten.

Kälte-Therapie

Hier liegt ein einfacher Gedanke zugrunde: In der Kälte, bei minus 60 bis minus 110 Grad, werden Entzündung und Schmerz blockiert. Das kann bei Arthritis eine Zeit lang völlige Schmerzfreiheit bringen. Kälte-Therapie wird meist während einer Kur durchgeführt – zwei bis drei Wochen lang bleibt man zwei Mal täglich etwa drei Minuten in einer Kältekammer.

Kälte kann man (Rücksprache mit dem Arzt!) selbst nutzen: mit kalten Umschlägen (Alkohol, essigsaure Tonerde, Quarkpackung) oder Eisbeuteln oder Kältepackungen aus der Apotheke. Wichtig: das Gelenk 20 bis 30 Minuten kühlen; Handtuch unterlegen!

Massagen

Generell lockern Massagen die Muskeln. Deshalb werden Massagen bei Rheuma oft mit Bewegungstherapie kombiniert, da gezielte Griffe die Beweglichkeit verbessern können.

Heilendes Fango

Fango gehört wie Moor zu den natürlichen Schmerzmitteln. Die Vulkan-Mineralstoffe und Wärme lindern Schmerzen und wirken so entzündungshemmend. Übrigens: Fango-Packungen gibt es fertig in der Apotheke zu kaufen.

Moorbäder

Dies ist eine bewährte Therapie. Der lang warm bleibende Moorschlamm bewirkt eine schonende und gleichmäßige Durchwärmung der Gelenke. Das lindert die Schmerzen. Fertige Präparate für Moorbäder zu Hause gibt es in der Apotheke. Wichtig: Rücksprache mit dem Arzt. Wenn der Arzt Wärme empfiehlt, können auch Angora-Unterwäsche und sogar ein Katzenfell (manche Rheumatiker schwören darauf!) hilfreich sein.

Bäder-Therapie

Dies wird meist in Kur- und Rheumakliniken angewandt: Infrage kommen Sole-, Schwefel- und Thermalbäder. Ähnlich wie bei der Wassergymnastik fällt das Bewegen leichter. Wichtig: bei chronischem Rheuma den Arzt nach einer Kur fragen!

Licht-Therapie

Auch Infrarotlicht tut Rheumatikern gut. Sobald es auf die Haut trifft, wird es in Wärme umgewandelt. Dadurch regt es die Durchblutung an, heilt Entzündungen. Normalerweise findet eine Licht-Therapie durch Bestrahlung beim Arzt statt. Aber: Spezielle Infrarot-Lampen gibt es auch für zu Hause.

Elektro-Therapie

Das gezielte Durchleiten von schwachem Strom durch den Körper ist umstritten, soll aber trotzdem manchmal helfen. In jedem Fall vorab den Arzt fragen!

Akupunktur

Von einigen Ärzten wird besonders bei Arthrose Akupunktur empfohlen. Die Wirksamkeit ist noch nicht endgültig nachgewiesen. Dennoch können die heilenden Nadeln eine sinnvolle, ergänzende Rheuma-Therapie sein. Man muss selber herausfinden, ob es hilft.

Quelle: Lenz 12/2004

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