Quelle: Dr. Günter
von Hummel |
30. Juli 2004 |
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Analytische Therapie
Die Psychoanalyse ist eine psychotherapeutische Methode,
eine klinischpsychologische Theorie und eine darauf aufbauende allgemeine psychologische
Theorie. Sie beschäftigt sich mit psychischen Störungen, den ihnen
zugrundeliegenden Konflikten und deren unbewusster Verarbeitung mittels psychischer
Abwehrmechanismen. Sie beschäftigt sich mit der Aktual- wie mit der Ontogenese
zentraler Konflikte, charakterlich verfestigter wie symptomatischer Konfliktverarbeitungsmodi
und deren Entstehung in der Kind-Eltern-Beziehung. In den hundert Jahren psychoanalytischer
Praxis hat sich ein reichhaltiges klinisches Wissen über die Psychodynamik
psychotherapeutischer Behandlungen und psychischer Störungen angesammelt.
Die Psychoanalyse beschäftigt sich aber nicht nur mit klinischen Themen der Entstehung und Behandlung psychischer Störungen. Aufgrund der klinischen Erfahrungen haben sich psychoanalytische Theoreme in der Emotionspsychologie, der Entwicklungspsychologie, Sozial- und Gedächtnispsychologie entwickelt. Psychoanalytische Theorien können über die Psychologie hinaus von Interesse sein für pädagogische Fragestellungen, für Literatur- und Kunstinterpretation, für Mentalitätsgeschichte, für die Mikro- und Kultursoziologie, die Ethnologie und Gebiete der Rechtsanwendung.
Forschung kann in der Psychoanalyse drei Formen annehmen. Die wichtigste empirische Basis der psychoanalytischen Theoriebildung waren einzelne psychoanalytische Behandlungen. Sehr viel seltener ist der psychoanalytische Prozess selbst objektivierend mittels Tonband- und Videoaufnahmen untersucht und auf linguistische oder nonverbale Aspekte der Kommunikation hin analysiert worden. Schließlich können psychoanalytische Theoreme auch außerhalb der psychoanalytischen Situation überprüft werden, durch Beobachtung, Befragung und Experiment.
Quelle: Dr. Günter
von Hummel |
30. Juli 2004 |
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