Quelle: Dr. Günter von Hummel
30. Juli 2004
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Analytische Therapie - Teil 2

Die Anwendung der spezifischen psychoanalytischen Methode für die Behandlung und Forschung ist an eine psychoanalytische Ausbildung mit therapeutischer Selbsterfahrung und supervidierter Praxis gebunden, die postgradual von privaten psychoanalytischen Instituten angeboten wird und in der Regel mit der Ausbildung zum/r Psychologischen Psychotherapeuten/in verbunden ist.

Der Begriff der psychodynamischen Therapie umfasst alle Methoden, die auf einem analytischen Wege funktionieren. Dazu gehören die Anfang des 20. Jahrhunderts von Sigmund Freud entwickelte Psychoanalyse sowie die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

Im Zentrum dieser Therapieformen steht die Vorstellung, dass psychische Probleme durch ungünstig verarbeitete Ereignisse in der Vergangenheit, meist in der Kindheit, ausgelöst werden. Ziel der Therapie ist es, diese im Gedächtnis vergrabenen Ereignisse aufzuspüren, um sie anschließend anders verarbeiten zu können. Auf diese Weise sollen die Quellen der gegenwärtigen Probleme beseitigt werden. Ist die Vergangenheit entrümpelt. so die Idee, verschwinden auch die psychischen Störungen, die in der Gegenwart auftreten.

Ein wichtiger Aspekt einer psychodynamischen Therapie ist, dass der Therapeut seine eigene Persönlichkeit ausblendet und sich vollkommen neutral verhält. Auf diese Weise wird er zu einer weißen Leinwand, auf die der Patient seine tiefsten Gefühle projizieren kann, was die Aufarbeitung ermöglicht. Darum arbeiten viele Psychoanalytiker auch heute noch mit der berühmten Couch, auf die sich der Patient legt. Der Therapeut setzt sich an das Kopfende des Patienten und ist auf diese Weise zwar anwesend und spürbar, aber für den Patienten nicht zu sehen, was das Verfahren erleichtern kann.

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Quelle: Dr. Günter von Hummel
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