Quelle: Dr. Günter
von Hummel |
30. Juli 2004 |
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Meditative Verfahren, allgem. Gesprächspsychotherapie
Meditative und allgemeine gesprächstherapeutische Verfahren
haben sich in den letzten Jahren unüberschaulich entwickelt. Daher soll
hier nur speziell ein Verfahren dargestellt werden, das sich an die von dem
französischen Psychoanalytker J. Lacan entwickelte Psychoanalyse anlehnt
und gleichzeitig meditative Verfahren berücksichtigt. Dieses Verfahren
ist von Dr. G. v. Hummel entwickelt worden und unter dem Namen „konjekturales
Denken“ bekannt geworden. Der Begriff Konjektur stammt vom lateinischen
Wort coicere = zusammenwerfen, vermuten, ab. Lacan nennt seine Psychoanalyse
auch eine „Konjekturalwissenschaft“, ein in der Mathematik als Vermutungswissenschaft
gebräuchlicher Begriff. Die Lacansche Psychoanalyse hat sich vor allem
in Frankreich und einigen europäischen und lateinamerikanischen Ländern
sehr stark ausgebreitet. Sie stützt sich auf die Sprachwissenschaft, indem
sie davon ausgeht, dass das Freudsche Unbewusste „konstruiert ist wie
eine Sprache“. Es ist insbesondere die Sprachstruktur, die das Unbewusste
verwendet um seine Bildungen (oft im Frühkindlichen steckengebliebene Erfahrungen)
durchzusetzen. Schon Freud hatte erklärt, dass der „Traum spricht“.
Lacan definiert den Traum daher als „eine Lektüre im Spiegel“,
d. h. seine Botschaft ist verkehrt oder anders herum zu lesen, als es beim ersten
flüchtigen Blick auf den Traum erscheint. Andersherum heißt: auf
Grund sprachlicher Grundelemente, Strukturelemente vereinfacht, verknotet, konkretisiert,
so dass – um nochmals den Traum als Beispiel zu nehmen - der Traum wie
ein „Sprachstrunk“, eine sprachhafte Formel erscheint.
Kurze Einführung in die Praxis des von Dr. G. v. Hummel entwickelten psychotherapeutischen
Verfahrens des konjekturalen Denkens.
In seinem Buch „Meditation / Wissenschaft“ hat v. Hummel versucht, die Theorie eines neuen therapeutischen Verfahrens darzustellen, das von der Psychoanalyse abgeleitet ist, aber auch Methoden wie das autogene Training oder andere herkömmliche Meditationsverfahren einbezieht. Diese Methoden haben für sich allein genommen den Nachteil, dass sie alle viel zu sehr vom Bewussten oder schon gegebenen Sinn ausgehen. Sie sind zwar bildhafter, vernachlässigen aber das von der Psychoanalyse für so wesentlich und wichtig angesehene und mehr worthafte Unbewusste. Bei der Ausarbeitung der Psychoanalyse sprach S. Freud davon, dass das Unbewusste aus zwei Teilen besteht: einer ist und bleibt in seinem Kern unbewusst, er ist ursprünglicher und bildhafter und erinnert so an die meditativen Methoden. Der andere Teil ist mehr worthaft (von Freud auch Vorbewusstes genannt), und kann über die Deutung von Träumen, über die Interpretation der sogenannten „freien Assoziationen“ oder über die Erfahrung und Deutung von Fehlleistungen und Versprechern bewusst gemacht werden.
Quelle: Dr. Günter
von Hummel |
30. Juli 2004 |
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