Quelle: Dr. Günter
von Hummel |
30. Juli 2004 |
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Meditative Verfahren, allgem. Gesprächspsychotherapie - TEIL 2
Dieser Weg der klassischen Psychoanalyse ist zwar wissenschaftlicher und intellektuell besser nachvollziehbar, aber zugleich sehr umfassend und langwierig und meist bei psychosomatischen Problemen oder komplexeren seelischen Störungen nicht anwendbar. Denn hier wäre ein Zugang zu dem ursprünglicheren und bildhafteren Unbewussten notwendig. Dies würde dafür mehr in den gerade oben genannten Methoden der Meditation oder des Autogenen Trainings gelingen, wenn auch mit den genannten Nachteilen des schon zu vordergründigen Sinns und einer mangelnden klaren Theorie. Kann man nicht ein Übungsverfahren entwickeln, das man wie eine Meditation zu Hause praktizieren, und wo man trotzdem die Wissenschaft vom psychoanalytischen Unbewussten verwenden und integrieren kann? In dem man auch an diesen ersten, tiefer unbewussten Teil noch besser herankommt?
Auf den ersten Anhieb scheinen sich therapeutische Methoden wie
die Psychoanalyse und die Meditation (Autogenes Training) total zu widersprechen.
Aber es genügt jedoch schon eine einfache Betrachtung, um zu sehen, dass
beide doch das gleiche betreffen und sehr ähnlich sind: So hört der
Analytiker mit – wie Freud es nannte – „schwebender Aufmerksamkeit“
seinem Patienten zu, während in der Meditation der Übende selbst mit
schwebender Aufmerksamkeit in sich hineinhorchen muss. Ebenso entsprechen die
„freien Assoziationen“, die freien Einfälle in der Analyse,
dem freien Auftauchen von Einfällen in der Meditation, insofern diese durch
eine einfache Anleitung geweckt und geführt werden. Lediglich in dem therapeutischen
„geführt“ werden besteht ein Unterschied. Denn der Analytiker
ist während der Anwendung des psychoanalytischen Verfahrens viel mehr persönlich
gegenwärtig, während in der Meditation die physische Person des Lehrers
in den Hintergrund tritt.
Verwendet man jedoch in der Meditation Formulierungen, die sich zwar am Rande
der Sprachlichkeit bewegen, aber wissenschaftlich genau dem psychoanalytischen
Konzept entsprechen, kann man auch diesen Unterschied vernachlässigen und
überwinden. Denn letztlich ist die „Gegenwärtigkeit“ des
Lehrers in erster Linie die eines starken Symbols, ja, des Symbolischen schlechthin.
So könnte man sagen, dass für ein derartiges Verfahren die Psychoanalyse
das bessere theoretische Rüstzeug liefert, während die Meditation
durch ihre Betonung der Praxis direktere therapeutische Erfolge liefert. Wie
kann man jedoch diese beiden scheinbar so verschiedenen Richtungen vereinen?
Nun eben durch die Verwendung dieses schlechthin Symbolischen, formelhaft Symbolischen,
ja geradezu mathematisch Symbolischen, was v. Hummel später unter dem Begriff
FORMEL-WORT beschreibt.
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Quelle: Dr. Günter
von Hummel |
30. Juli 2004 |
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