Quelle: Dr. Günter
von Hummel |
30. Juli 2004 |
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Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie wird von Ärzten oder Psychologen, die eine entsprechende mehrjährige Zusatzausbildung durchlaufen haben, durchgeführt. Nur mit dieser Qualifikation wird sie von den Kassen bezahlt. Sie orientiert sich an den bewussten Verhaltensstörungen und versucht diese Symptome durch Einübung entsprechender gesunder Verhaltensweisen zu korrigieren. Entstanden ist die Verhaltenstherapie auf der Basis von Erkenntnissen der wissenschaftlichen Psychologie. Wegweisend dabei war das Erforschen jener Bedingungen, die für den Erwerb und die Veränderung von Verhalten verantwortlich sind. Es gibt mehrere Wurzeln der heutigen sog. kognitiven Verhaltenstherapie, die mit unterschiedlichen Namen in Verbindung gebracht werden.
Der russische Neurologe PAWLOW hat Anfang dieses Jahrhunderts
beobachtet, dass angeborene Verhaltensweisen nicht nur durch die ursprünglich
dafür vorgesehenen Situationen ausgelöst werden können, sondern
auch durch vorher neutrale Reize. Das klassische Beispiel war der Hund, dem
der Speichel zusammenlief, nicht nur, wenn er sein Fressen sah, sondern später
auch bei dem Glockenton, den er immer gleichzeitig mit seinem Fressen zu hören
bekam. Diesen Vorgang des Lernens, die Verknüpfung des ursprünglichen
Reizes mit einem eigentlich neutralen Reiz, nennt man »klassisches Konditionieren«.
Heute erklärt dieser Vorgang unter anderem, wie Angst - eine angeborene
gefühlsmäßige Reaktion - unter eigentlich vollkommen ungefährlichen
Umständen wie engen Räumen oder Fahrstühlen auftreten kann.
Die Theorien zum Lernen am Erfolg, auch als »Operantes Konditionieren«
bezeichnet, sind von SKINNER in den fünfziger Jahren entwickelt worden,
um noch umfassender den Erwerb von nicht angeborenem Verhalten erklären
zu können. Verkürzt ausgedrückt heißt das: Ein Individuum
lernt durch die Erfahrung von Erfolg und Misserfolg. Positive Konsequenzen oder
Verstärkungen erhöhen die Häufigkeit bestimmter Aktivitäten,
negative Folgen wie Bestrafung oder Ausbleiben eines erwarteten Erfolges oder
einer positiven Bestätigung mindern ein bestimmtes Verhalten oder lassen
es völlig verschwinden.
Quelle: Dr. Günter
von Hummel |
30. Juli 2004 |
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