Quelle: Dr. Günter
von Hummel |
30. Juli 2004 |
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| Z U R Ü C K | ||
Verhaltenstherapie - Teil 2
In den letzten Jahrzehnten wurden die Gesetzmäßigkeiten. nach denen
sich der Mensch innerhalb seiner Lebensspanne entwickelt, weiter erforscht.
Der Erwerb von Wissen, die Zusammenhänge zwischen Gefühlen, körperlichen
Vorgängen, den subjektiven Bewertungen der Umwelt, seiner selbst und des
entsprechenden Verhaltens sind Grundlage für das Verständnis der meisten
seelischen Störungen. Damit verbinden sich Namen bekannter verhaltenstherapeutischer
Theoretiker und Therapeuten wie Mahoney, Meichenbaum und Ellis.
Zusätzlich fließen neue Erkenntnisse der wissenschaftlichen Psychologie
ständig in die entsprechenden Modelle ein oder es werden neue Methoden
entwickelt. Die Verhaltenstherapie versteht sich als die konkrete Anwendung
der daraus abgeleiteten Möglichkeiten, um Bedingungen zu verändern.
die zur Entstehung oder Aufrechterhaltung von seelischen und körperlichen
Erkrankungen beitragen. Dies können Einflussmöglichkeiten sein, die
dem Betroffenen selbst zur Verfügung stehen, oder Bedingungen, die in seiner
Umwelt vorzufinden sind und in Zusammenhang mit der Störung des Wohlbefindens
stehen.
Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass jedes Verhalten nach gleichen Prinzipien
erlernt, aufrechterhalten und auch wieder verlernt werden kann. Dabei wird unter
Verhalten nicht nur die äußerlich sichtbare Aktivität des Menschen
verstanden, sondern auch die inneren Vorgänge wie Gefühle, Denken
und körperliche Prozesse. Die Auseinandersetzung mit der Umwelt erfordert
zahlreiche Lern- und Anpassungsleistungen. Wir fühlen uns wohl, wenn wir
in der Lage sind, auf diese psychischen und physischen Anforderungen flexibel
und unter angemessener Berücksichtigung unserer Bedürfnisse selbstverantwortlich
zu reagieren.
Reichen die eigenen Fähigkeiten nicht aus, um zentrale Bedürfnisse
wie die nach sozialer Sicherheit, befriedigenden Beziehungen oder selbstbestimmter
Lebensgestaltung zu erfüllen oder stehen äußere Umstände
dem entgegen, wird das Wohlbefinden beeinträchtigt. Die Folgen können
seelische und körperliche Erkrankungen sein. Bei schizophrenen Störungen
wird davon ausgegangen, dass häufig die Fähigkeit zur Anpassung an
die Umweltanforderungen - insbesondere die soziale - durch eine vererbte Verletzlichkeit
(Vulnerabilität) herabgesetzt ist. Unter anderem kann sich dies auswirken
auf eine reduzierte Verarbeitungskapazität, die die Aufmerksamkeit und
Konzentration erschwert. Unangenehme Reize scheinen häufiger zur Überaktivität
des autonomen Nervensystems zu führen. Dadurch kann in sozial schwierigen
oder unübersichtlichen Situationen Stress hervorgerufen werden: Ein emotional
belastendes Familienklima oder die soziale Umgebung, aber auch negative Lebensereignisse,
können dann zur Überforderung und zur Schizophrenie führen (Vulnerabilitäts-Stress-Modell).
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Quelle: Dr. Günter
von Hummel |
30. Juli 2004 |
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