Ayurvedische Heilpflanzen – Ingwer

Ingwer kommt im Ayurveda häufig zum Einsatz

Ingwer ist nicht nur als Kochzutat verbreitet, sondern wahrscheinlich weltweit die beliebteste Medizin. Ayurveda ist eine traditionelle, indische Heilkunst. Sie verwendet Ingwer seit Jahrhunderten als Heilpflanze. Aufgrund seines frischen, scharfen Geschmacks ist sie für die indische bzw. asiatische Küche wichtig. Eine alte Redensart in Indien besagt, dass es keine Tinktur ohne Ingwer gibt.

Warum ist Ingwer etwas Besonderes?

Die meisten ayurvedischen Heilmittel enthalten Ingwer. Ingwer verstärkt die Heilfähigkeit anderer Pflanzen. Früher überwog die Wirkung des Ingwers als Verdauungsmittel. Er regt den Kreislauf an. Er senkt Fieber und Schmerzen. Bei Erkältungen wirkt er lindernd. Heutzutage sind Einsatzmöglichkeiten von Ingwer vielfältig: als Tee oder als Zusatz in Ölen, Kompressen und Badeprodukten.

Die Ayurvedamedizin unterscheidet zwischen frischen und getrockneten Ingwerwurzeln. Beide Arten lösen bei der Einnahme verschiedene Effekte im Körper aus. Bei Brechreiz, Übelkeit und Magenverstimmung hilft frischer Ingwer. Bei chronischer Atemwegserkrankung und neurologischen Krankheiten bietet sich trockener Ingwer an.

Wann und wie wirkt Ingwer?

Ingwer ist ein wirkungsvolles Mittel gegen Erbrechen. Die erbrechungshemmende Wirkung des Ingwers ist auf die Strukturformel der Pflanze zurückzuführen (shogaol). Er hilft effektiv bei Brechreiz und Brechdurchfall in der Schwangerschaft und bei Stuhlgangproblemen. Er vermindert Übelkeitsgefühle, die durch Bestrahlung und Chemotherapien entstehen.

Ingwer wirkt entzündungshemmend und hat antibakterielle Eigenschaften. Die Ingwerwurzel enthält große Mengen flüchtiger Öle, die Zingiberene. Diese verleihen dem Gewürz seine entzündungshemmenden und antibakteriologischen Eigenschaften.

Auch bei Verdauungsproblemen empfiehlt sich die Anwendung von Ingwer. Die scharfe Zusammensetzung von Gingerol wirkt positiv bei Gastritis und Krämpfen. Ingwer hemmt aufgrund enthaltener Stoffe die Blutgerinnung.

Wann und wie wenden Sie Ingwer an?

Wenn Sie unter Krämpfen leiden, gießen Sie eine Tasse gekochtes Wasser über einen Teelöffel mit getrockneter oder frisch gehackter Ingwerwurzel. Bedecken Sie den Sud und gießen Sie den Sud nach 10 Minuten durch ein Sieb. Trinken Sie täglich 3 – 4 Tassen nach den Mahlzeiten. Das hilft sowohl bei Magen-Darm-Krämpfen als auch bei Menstruationskrämpfen.

Bei Übelkeit hilft es, einige Stücke kandierten Ingwer zu kauen. Vermischen Sie eine ½Tasse Apfelsaft mit ¼ Tasse Ahornsirup in einer Saucenpfanne und kochen Sie die Mischung. Fügen Sie danach ½ Tasse dünngeschnittenen Ingwer hinzu. Der Sud muss leicht köcheln, bis die Flüssigkeit verdunstet ist. Legen Sie die Ingwerstücke auf ein Backpapier. Backen Sie die Stücke bei 200 Grad. Die Stücke sind nach ca. 1½ Stunden trocken.

Gegen schmerzende Gelenke helfen 3 Tropfen einer Ingwerölessenz mit 1 Teelöffel Mandelöl. Reiben Sie damit entzündete Stellen an den Gelenken ein. Bedecken die Stellen mit einem wärmenden Verband.

Ingwer hilft auch bei chronischen Krankheiten

Sie leiden unter Asthma? Nehmen Sie einen Teelöffel frischen Ingwersaft und rühren diesen in eine Tasse Fenugreek Tee (fenugreek [bot.] der Bockshornklee). Diesen Tee bereiten Sie aus einem Teelöffel mit Fenugreeksamen und Honig zu. Der Honig verbessert den Geschmack. Der Tee löst Husten bei Asthmaanfällen hervorragend.

Bei Bronchitis nehmen Sie je einen halben Löffel gemahlenen Ingwer, Pfeffer und Gewürznelken dreimal täglich mit Honig oder mit Tee ein. Bei Potenzproblemen nehmen Sie einen Monat lang jede Nacht einen halben Löffel Ingwersaft, ein halbgekochtes Ei und Honig ein. Dies hilft bei Impotenz und vorzeitiger Ejakulation. In vielen Fällen verbessert sich auch die Spermaqualität.

Ingwersaft gewinnen Sie, indem Sie ein Stück Ingwer (etwa 8 cm) fein reiben und mit dem Löffelrücken durch ein Sieb pressen. Älteren oder zu trockenen Ingwer geben Sie mit etwas Wasser in den Mixer und seihen die Masse anschließend durch.

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RWG Redaktion

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