Im Alltag fit werden

Eine Frau streckt sich am Arbeitsplatz

Um gut jagen und sammeln zu können, besitzt der Mensch seit Urzeiten einen für ausdauernde Bewegung konstruierten Körper. Nur bleibt diese im Zeitalter von Supermärkten und Autos oft aus. Lesen Sie hier, wie Sie im Alltag mit einfachen Mitteln gegensteuern können.

Alltag begünstigt Bewegungsmangel

Viele wissen, dass Bewegungsmangel der Gesundheit schadet. Doch das hilft kaum einem Sportmuffel auf die Beine. Zum Teil liegt das daran, dass man im Alltag keine Wahl hat. Zahlreiche Tätigkeiten im Beruf oder im Haushalt müssen im Sitzen oder Stehen durchgeführt werden. Darüber hinaus verführen viele technische Hilfen zur Trägheit und weniger Bewegung. Und wer nach einem langen Arbeitstag abgekämpft auf dem Sofa sitzt, rafft sich nur noch schwer auf, Sport zu treiben.

Daher empfehlen Sportwissenschaftler wie Dr. Petra Mommert-Jauch, Geschäftsführerin des Deutschen Walking Institutes und Lehrbeauftragte der Universität Karlsruhe: Schon einfache Maßnahmen helfen, um sich Schritt für Schritt mehr zu bewegen.

Rückenmuskulatur stärken

Auf einer Presseveranstaltung in Travemünde nannte die Expertin ein alltagstaugliches Beispiel: »Stellen Sie sich beim Zähneputzen oder Warten an der Bushaltestelle aufrecht hin, die Beine hüftbreit auseinander. Versuchen Sie, die Zehen aktiv zu spreizen, auch im Schuh. Drücken Sie den Fußballen in den Boden ein. Ziehen Sie dann die Fußsohlen nach außen, so als ob Sie den Boden unter sich auseinanderspannen wollten.

Ziehen Sie jetzt den Bauchnabel Richtung Wirbelsäule nach innen und halten Sie diese Spannung über fünf bis zehn Sekunden. Dann haben Sie effektiv etwas für sich und Ihre Rückenmuskulatur getan.« Das können Sie machen, so oft Sie die Gelegenheit dazu bekommen, beispielsweise beim Telefonieren, denn dabei können Sie stehen. Nach der Übung machen Sie 30 Sekunden Pause und wiederholen sie dann. Am besten dreimal hintereinander und mehrmals täglich.

Darüber hinaus wies Mommert-Jauch auf einen Trainingsparcours hin, der überall verfügbar ist: Treppen. »Nutzen Sie Treppen wie ein Fitnessgerät. Sie können Treppen steigen oder mit der Fußspitze auf einer Treppenstufe stehen und versuchen, die Fersen etwas abfallen zu lassen und sich dann wieder hochzustemmen, also zu wippen – wenn möglich auch freihändig. Das schult den Gleichgewichtssinn und kräftigt die Muskulatur.«

Alltag wird zum Fitnesscenter

Gut für das tägliche Bewegungskonto: Die Gehstrecke eines Tages langsam auf acht- bis zehntausend Schritte steigern. Das sind nach Angaben von Mommert-Jauch insgesamt etwa fünf Kilometer. Die schafft man beim Walken (zügiges Gehen) in einer Stunde. Ältere, kranke oder untrainierte Menschen sollten sich mehr Zeit lassen.

Auch Maßnahmen wie Einkäufe zu Fuß zu erledigen oder auf dem Weg zur Arbeit eine Haltestelle früher aus dem Bus zu steigen, bringen zusätzliche Schritte. So wird der Alltag zum Fitnesscenter. Und wie wirkt sich mehr Bewegung aus?

Mommert-Jauch: »Auch bei den Alltagsübungen spürt man den Nutzen relativ schnell. Man hat durch mehr Bewegung weniger Rückenbeschwerden und spürt, dass Gelenkbeschwerden auch in Knie und Hüfte möglicherweise nachlassen. Außerdem spürt man positiv, dass man selbst etwas leisten kann.« Ein lohnendes Ziel!

Foto: © contrastwerkstatt – fotolia.com

RWG Redaktion

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