Unsere Muskeln: Das Wunder der Bewegung

Eine junge Frau beim Ausdauertraining

Unzählige Male bücken, strecken und bewegen wir uns Tag für Tag. Dabei leisten unsere Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder Rekordarbeit. Die Muskulatur bildet den aktiven Bewegungsapparat unseres Körpers.

Muskeln brauchen Saft und Kraft

Wer arbeitet – und das tun unsere Muskeln während der Wachzeit unermüdlich – braucht Energie. Unsere Muskeln erhalten sie über Versorgungsleitungen, die parallel zu den Muskelbündeln verlaufen. Traubenzucker ist der Treibstoff, der jede Muskelfaser in Bewegung hält. Der Körper gewinnt ihn aus den mit der Nahrung zugeführten Kohlehydraten in Form von Glykogen.

So arbeitet das chemische Labor unseres Körpers auf Hochtouren, um den Zucker aufzuspalten. Einen Teil der Milchsäure verbrennt unser Organismus zu Kohlensäure und Wasser. Die hierdurch freiwerdende Energie bringt unsere Muskeln zum Arbeiten.

Wo gehobelt wird, fallen Späne…

… und wo aus Stoffen Energie erzeugt wird, fallen Schlacken an. In unseren Muskeln sind das Milchsäure und Kohlensäure, die für eine Ermüdung verantwortlich sind. Die Muskeln wissen sich zu helfen: Erschlaffen sie, so erweitern sich die zuführenden Blutgefäße.

So erfahren die Muskeln eine bessere Durchblutung, die die Schlacken ausschwemmt und neuen Treibstoff in Form von Traubenzucker und Sauerstoff heranschafft. Wer sich viel bewegt, braucht von Zeit zu Zeit eine Ruhepause. So gibt er seinen Muskeln für diesen Erneuerungsprozess Zeit, um wieder Kraft zu gewinnen.

Elastisch bis zur dünnsten Sehne

Muskeln verfügen über verschiedene Formen und Funktionen. Sie ziehen sich zusammen und verrichten damit die unterschiedlichsten Bewegungen. Unsere Muskeln des Bewegungsapparates verjüngen sich zu Sehnen und Bändern, die unmittelbar an den Knochen ansetzen. Erst außergewöhnliche Einwirkungen wie Stöße und Zerrungen können die Sehnen und Bänder zum Reißen bringen.

Oft spüren wir erst bei einer Verletzung die Bedeutung von Sehnen und Bändern. Und bei einer ständigen Fehlhaltung oder einseitigen Belastungen treten Muskelverspannungen und dann Rückenschmerzen auf. Jetzt gilt es, selbst aktiv zu werden. Geben Sie die Verantwortung für den eigenen Rücken nicht gleich an einen Therapeuten ab.

Rückenschmerzen müssen nicht sein

Die häufigste Ursache für Rückenschmerzen: Während einige Muskeln an Überforderung leiden, liegen andere brach. Dann verkürzen und verhärten sich die Muskeln und Sehnen, und die Muskelkraft lässt spürbar nach. Spätestens jetzt wird es Zeit, etwas zu tun. Der erfolgreichste Weg im Kampf gegen Rückenschmerzen ist, aktiv zu sein. Beispielsweise in Kursen der neuen Rückenschule lernen die Teilnehmer, ungünstige Bewegungsmuster selbst zu korrigieren.

Methoden zum Stressabbau gehören ebenso dazu, um Muskelverspannungen vorzubeugen. in Volkshochschulen und bei Krankengymnasten finden Sie beispielsweise solch ein sinnvolles Rückenschultraining. Fragen Sie Ihren Arzt und Apotheker nach Adressen in Ihrer Region.

Muskelentspannende Mittel können helfen

Bei akuten Beschwerden ist es unter Umständen sinnvoll, neben einem Schmerzmittel ein muskelentspannendes Mittel anzuwenden. Das ist nach Aussagen von Experten der erste Schritt, möglichen chronischen Beschwerden entgegenzuwirken.

Bei der Wahl eines muskelentspannenden Mittels sollten Betroffene ihren Arzt fragen, ob es gut verträglich ist. Darüber hinaus sollte es nicht müde machen und kein Suchtpotenzial haben. Die häufig verordneten Benzodiazepine sollten deshalb nicht zum Einsatz kommen. Besser geeignet seien Mittel mit dem Wirkstoff Methocarbamol.

Diese Substanz hemmt im Rückenmark gezielt die Weiterleitung der Schmerzimpulse und macht nicht müde. Gleichzeitig beeinflusst sie weder Leistungsvermögen noch Allgemeinbefinden. Wenn Rückenschmerzen Sie plagen, können unter anderem Massagen, Akupunktur und eine Wärmetherapie (Fango, Infrarotlicht und heiße Bäder) spürbare Linderung verschaffen.

Heilsamer Strom

Bei Rückenschmerzen helfen darüber hinaus Methoden der Elektrotherapie wie die Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation (TENS). Diese Therapie wirkt durchblutungsfördernd. Sie entspannt die Muskeln und lindert so die Beschwerden. Das Wirkprinzip ist einfach: Dem eigentlichen Schmerzreiz setzt man hier mit einem elektrischen Impuls einen anderen Reiz entgegen.

So wird der Schmerz nicht mehr vollständig weitergeleitet, und er verringert sich. Und das Gute: Damit können Betroffene den Bedarf an Schmerzmitteln bei chronischen Beschwerden deutlich senken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Therapieform sich für Sie eignet.

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RWG Redaktion

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