Die neuen Waffen moderner Frauen

Eine Frau im Business-Dress telefoniert

Moderne Frauen gestalten ihre Biographien selbst. AMICA – Langzeitbetrachtung zur Entwicklung der Frauen in unserer Gesellschaft. Hamburg, 27. April 2004 – Frauen arbeiten, um finanziell unabhängig zu sein. Dies sagen zumindest 88 Prozent aller berufstätigen Frauen im Alter zwischen 20 und 49 Jahren. Wirklich nötig haben es nach eigenen Angaben nur 69 Prozent.

Die Lebenswelt der Frau hat sich viel stärker verändert als die des Mannes, weil Frauen seit Jahrzehnten im Wandel leben: von der Trümmerfrau zur perfekten Hausfrau, von der Emanze zur gebildeten, souveränen berufstätigen Frau von heute, für die „Gleichberechtigung“ kein Schlachtruf mehr ist, sondern einfach nur eine Beschreibung ihres Alltags.

Im Schnitt weniger Gehalt

Dennoch müssen Frauen immer noch akzeptieren, dass auf ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung schon mal 700 Euro weniger stehen als bei ihren gleich gebildeten, gleich alten und mit gleicher Stundenzahl arbeitenden männlichen Kollegen? 3.114 Euro verdient eine vollzeitbeschäftigte Angestellte im Alter von 30-40 Jahren mit Abitur und Ausbildung. Wäre sie ein Mann, hätte sie 3.844 Euro im Portemonnaie.

Diese und andere Erkenntnisse beinhaltet das AMICA-Dossier „Die bewegte Frau“, eine Langzeitbetrachtung zur Entwicklung der Frauen in unserer Gesellschaft. Sie basiert auf Auswertungen der Allensbacher Werbeträger-Analyse, der Typologie der Wünsche und Daten des Statistischen Bundesamtes, die bis 1980 zurück reichen.

Gleichbleibende Zahlen in der Bildung

Dadurch können Rückschlüsse gezogen werden, welche Entwicklungen ihren Zenit erreicht haben und welche nicht. Hierbei wurden nicht nur soziodemografische Daten wie Bildungsstand, Berufstätigkeit und Informationen zum Familienleben analysiert, sondern auch deren Einfluss auf das Selbstbewusstsein, die Interessen, den Konsum und das Werteraster von Frauen unter die Lupe genommen.

So ist der viel zitierte zunehmende Bildungsstandard keine Entwicklung, die besonders Frauen auszeichnet, obwohl dies häufig so dargestellt wird. Schon vor über 20 Jahren machten genauso viele Frauen wie Männer Abitur und an dieser ausgewogenen Zusammensetzung der Abiturienten hat sich auch nichts geändert, obwohl sich der Anteil der Abiturienten verdreifacht hat.

Steigende Berufstätigkeit

Ein Langzeittrend zu immer mehr berufstätigen Frauen ist jedoch klar zu verzeichnen. Waren 1980 37 Prozent aller 14-64-jährigen Frauen berufstätig, so sind es 2003 schon 57 Prozent. Ist diese Entwicklung gleichzeitig ein Indiz für einen Bedeutungsverlust der Familie?

„Nur bedingt“ so kommentiert Norbert Wysokowski, Leiter Marketing und Sales der Verlagsgruppe Milchstraße, die Ergebnisse „Frauen sind vielschichtiger, facettenreicher geworden. Familie ist und bleibt ein wichtiger Baustein im Leben einer Frau, steht aber inzwischen gleichbedeutend neben ihrem Beruf, ihren Freunden und ihren immer umfassenderen Interessen.“

Veränderte Interessengebiete

Der „sichere Hafen der Ehe“ ist besonders bei Frauen unter 40 Jahren immer weniger das Lebensziel. Waren 1980 noch mehr Frauen unter 40 verheiratet als ledig, hat sich dieses Verhältnis mehr als umgekehrt: Aktuell sind 56 Prozent der unter 40-jährigen ledig und nur 37 Prozent verheiratet. Parallel dazu hat sich seit 1978 die Anzahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften in Deutschland mehr als versechsfacht: es gibt 2,28 Millionen Personen, die gemeinsam in einem Haushalt leben, ohne verheiratet zu sein.

Interessen haben Frauen viele: neben Mode und Kosmetik, die nach wie vor zu den Favoriten gehören, interessieren sie sich auch zunehmend für Autos und Kapitalanlagen. „Frauen werden aber nicht androgyner, wie viele Soziologen vermuten“ so resümiert Wysokowksi weiter „Sie sind sich ihrer weiblichen Stärken wie Empathie, Kontaktfreudigkeit oder auch ihrem Aussehen durchaus bewusst. Die eher männerdominierten Themen erobern Frauen.

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RWG Redaktion

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