Wundheilung: Setzen Sie auf das feuchte Milieu

Ein Finger wird mit einem Pflaster verbunden

Das trockene, althergebrachte Pflaster war gestern. Schon vor mehr als vier Jahrzehnten konnten Forscher nachweisen, dass Wunden in einem feuchten Milieu besser heilen als in einem trockenen Milieu. Doch erst seit kurzem profitieren wir vom Segen der modernen Wundheilungsforschung.

Eine Wunde ist laut klinischem Wörterbuch eine Unterbrechung des Zusammenhangs von Körpergeweben mit oder ohne Substanzverlust. Es gilt also, eine Lücke zu schließen. Prinzipiell macht das der Körper von selbst, doch die richtige Wundauflage unterstützt die Selbstheilung.

Blasen, Schnitt- und Schürfwunden

Heute weiß man: Selbst kleine Hautverletzungen wie Blasen, Schnitt- oder Schürfwunden heilen besser, wenn sie ein feuchtes Milieu umgibt. Diesem Wissen sind viele Pflaster heutzutage angepasst. Bei Blasen an Füßen oder Händen beispielsweise haben sich Pflaster mit einem Hydrogel-Polster bewährt. Sie nehmen den Schmerz, unterstützen die Gewebeheilung und schützen vor Reibung. Und bei Schnittverletzungen sind so genannte „halbdurchlässige Wundauflagen“ hilfreich.

Diese ermöglichen einen Luftaustausch, lassen aber weder Keime noch Flüssigkeiten durch. So entsteht ein optimales Klima für die Wundheilung. Zur Versorgung von eher flächigen Verletzungen wie etwa Schürfwunden bieten sich ebenso Wundauflagen an. Diese enthalten beispielsweise stark quellende Substanzen wie etwa Gelatine und zusätzlich einen hohen Wasseranteil.

Solche Pflaster und Wundauflagen haben einen Vorteil: Sie binden das Wundsekret hervorragend und geben bei Bedarf Feuchtigkeit ab. Damit beugen sie etwa der Schorfbildung vor, die den Heilungsprozess behindern kann.

„Aktive“ Wundheilung durch Pflaster mit Silberionen

Einige Verbandsmaterialien enthalten ebenso spezielle Substanzen, die die Wundheilung aktiv fördern. Dazu gehören etwa antibakteriell wirksame Silberionen. Diese sind im Pflaster bei kleinen Hautverletzungen ebenso hilfreich wie in Kompressen bei größeren Wunden. Solche modernen Mittel der Wundversorgung sollten in keiner Hausapotheke oder im Erste-Hilfe-Kasten fehlen. Guten Rat hierzu erhalten Sie in Ihrer Apotheke.

Wundheilung Schritt für Schritt

  • Die Wundheilung läuft in drei Phasen ab, die sich überlappen. In allen drei Phasen ist ein feuchtes Milieu für die Heilung förderlich.
  • Reinigungsphase: Das Blut gerinnt und bildet einen provisorischen Wundverschluss. Wasser sammelt sich in der Wunde an und dient als Medium für heilungsfördernde Zellen, Antikörper, Vitamine, Wachstumsfaktoren und Enzyme.
  • Granulationsphase: Zerstörtes Gewebe und Keime werden abgebaut und ein provisorisches Granulationsgewebe errichtet. Halbdurchlässige Wundauflagen ermöglichen den Gasaustausch und tragen zu einem optimalen Klima bei.
  • Epithelisierungsphase: Die Wunde verschließt sich. Ist zu viel Sekret vorhanden, schwimmen die so genannten Epithelzellen auf. Ist die Wunde zu trocken, bildet sich Schorf. Dieser verzögert die Epithelbildung. Für diese Phase ist ebenso ein feuchtes Klima am besten, wie es die aktiven Wundauflagen erzielen.

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RWG Redaktion

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