Schimmel in der Wohnung?

Ein schimmelnder Fensterrahmen

Gerade im Winter bieten feuchtwarme und wenig durchlüftete Räume gute Bedingungen für Schimmelpilze. Was Sie am besten gegen Schimmelbefall tun, erklärt Dr. Heike Otremba aus dem Referat Umwelthygiene des Gesundheitsamtes Bremen.

Warum ist Schimmel bedenklich?

Otremba: Schimmelpilze rufen unter Umständen Reizungen der Schleimhäute hervor. Die Nase läuft, man hat Schnupfen oder Husten. Schimmelpilze können darüber hinaus Allergien auslösen. Deswegen bekämpfen Sie den Schimmel am besten sofort: Bei glatten, geschlossenen Oberflächen wie Kunststoff, Glas oder lackierten Flächen reicht Wasser mit normalem Spülmittel.

Bei porösen Oberflächen empfehlen wir, sie mit 70-prozentigem Alkohol abzuwischen. Da Alkohol mit Luft unter Umständen ein brennbares Gemisch ergibt, wenden Sie unbedingt ihn in möglichst kleinen Mengen in gelüfteten Räumen an. Tapete mit Schimmelpilzbefall müssen Sie ablösen.

Auf welche Weise entferne ich den Schimmel am besten?

Wer Schimmel selbst entfernt, sollte eine Atemschutzmaske aufsetzen und die Türen zur Wohnung schließen. Hinterher dann die Kleidung und den Raum gründlich reinigen sowie gut durchlüften. Große Befallflächen überlässt man besser einer erfahrenen Fachfirma. Wichtig: Finden Sie heraus, woher die Feuchtigkeit kommt, die den Schimmelbefall begünstigt hat. Beseitigen Sie die Ursache für die Feuchtigkeit, sonst tritt Schimmel immer wieder auf.

Sind Polstermöbel feucht und schimmlig, können Sie das oftmals nicht mehr reinigen. Bei einem kleinen Fleck können Sie es versuchen und sich dazu eventuell im Polsterfachgeschäft beraten lassen. Das Problem: Auch nach oberflächlicher Reinigung werden jedes Mal, wenn man sich auf das Polster setzt, Schimmelpilzsporen aufgewirbelt.

Deswegen überlegen Sie es sich als Angehöriger einer Risikogruppe (Asthmatiker und Allergiker) genau, ob Sie die Möbel weiter nutzen. Solche Menschen sollten Schimmel auf keinen Fall selbst entfernen.

Wie beuge ich Schimmelbefall in Wohnungen vor?

Otremba: Wir empfehlen, drei- bis viermal täglich zu lüften: mit Durchzug oder Stoßlüften. Fenster sollten Sie im Winter nicht kippen. Das führt unter Umständen dazu, dass Sie in der Fensterlaibung einen Schimmelpilzbefall bekommen. Lassen Sie Ihre Wohnung im Winter nie auskühlen! Wer in der Wohnung einzelne Räume etwas kühler haben möchte als andere, hält am besten die Türen zu diesen Räumen geschlossen.

So verhindert man, dass warme, feuchte Luft in kühlere Räume gelangt. Dort kondensiert sie nämlich an den Wänden. Möbel oder schwere Gardinen gehören nicht direkt an eine Außenwand. Wenn es große Möbelstücke sind, lassen Sie am besten immer fünf bis zehn Zentimeter Platz zur Wand.

Foto: © trgowanlock – Fotolia.com

RWG Redaktion

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