Ingwer: Seine heilende Wirkung

Ingwer kommt im Ayurveda häufig zum Einsatz

Köche lieben seinen feurigen Geschmack; Ärzte, dass er vieles heilt. Aber was kann Ingwer wirklich? Sie werden staunen – er ersetzt die halbe Haus-Apotheke.

Haben Sie schon mal in ein frisches Stückchen Ingwer gebissen? Tränen schießen in die Augen, Schweißperlen bilden sich im Nu auf der Stirn, die Zunge brennt höllisch. „Das ist nicht jedermanns Sache“, weiß Professor Karin Kraft, Direktorin des Lehrstuhls für Naturheilkunde an der Universität Ros­tock.

Ingwer als Heilpflanze

Zum Glück entfaltet Ingwer seine wohltuenden Effekte nicht nur pur, sondern – weniger scharf – auch als Tee, Gewürz oder Tinktur. Und wenn man den Geschmack überhaupt nicht mag: In Apotheken gibt es Präparate, welche die Wirkstoffe in qualitäts­geprüfter Dosis enthalten. Denn: ob Schmerzen, Übelkeit oder schlappes Immunsystem, „die vielen positiven Effekte von Ingwer sind so interessant, dass seriöse Wissenschaftler sich immer mehr mit der Knolle befassen“, erläutert Professor Kraft begeistert.

Gut belegt ist beispielsweise, dass Ingwer Entzündungen lindert. Ärzte für Naturheilkunde wenden Ingwer- Extrakte deshalb bevorzugt bei Rheuma und Gliederschmerzen an. Und in einer aktuellen Studie wurde be­obachtet, dass Ingwer Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose im Knie lindert.

Schon lange bekannt ist, dass Ingwer Magen und Darm hilft:

  • Der Körper produziert mehr Speichel-, Magen- und Gallensaft. Das hilft, Lebensmittel besser zu verdauen.
  • Die scharfen Inhaltsstoffe bringen auch den Darm auf Trab, regulieren so den Stuhlgang ganz natürlich.
  • Sogar gegen Reizmagen hilft Ingwer – einfach frisch gerieben regelmäßig über fertige Mahlzeiten streuen.

Geradezu fasziniert sind Ärzte, wie antiseptisch Ingwer gegen Viren, Bakterien, Pilze und Magen-Darm-Infekte wirkt. Neue Untersuchungen zeigen, dass Ingwer sogar bei hartnäckigen Infektionen mit Helicobacter-Bakterien hilft. Diese Keime verursachen 75 Prozent aller Magengeschwüre und nahezu alle Geschwüre im Zwölffingerdarm.

Belegte Wirkung

Gut belegt und von Ärzten für Naturheilverfahren empfohlen, ist Ingwer vor allem auch bei diesen Beschwerden:

  • Reisekrankheit mit Übelkeit, Erbrechen und Schwindel.
  • Beschwerden bei Chemotherapie. Hier zeigen Studien, dass die Übelkeit dank Ingwer um 40 Prozent weniger stark ausgeprägt ist.
  • Erkältungen. Ingwer beugt wegen seiner antiseptischen Wirkung Infekten vor. Er wirkt aber auch bei akuten Beschwerden, weil seine Inhaltsstoffe Kopfschmerzen lindern, die Atemwege befreien, Fieber senken und dennoch wohlige Wärme im Körper erzeugen.
  • Außerdem senken die Bitterstoffe und Flavonoide in Ingwer einen zu hohen Cholesterinspiegel und wirken so auch verkalkten Arterien entgegen.

Doch Professor Kraft rät in wenigen Fällen auch zur Vorsicht: „Ingwer wirkt so anregend, dass kleine Gallensteine in den Gallengang treiben und so schmerzhafte Koliken aus­lösen können. Wer Gallensteine hat oder dazu neigt, sollte Ingwer eher meiden.“

Gleiches gilt bei akuten Magenschmerzen, etwa weil die Schleimhaut entzündet ist; hier kann Ingwer die Beschwerden verstärken. „Ansonsten aber“, sagt Prof. Kraft, „ist Ingwer ein echtes gesundheitliches Multitalent, das in keiner Küche fehlen sollte“.

So nutzen Sie Ingwer

Roh: 1 Mal täglich ein kleines Stück kauen.
Tee: Ein Stück (ca. 1g pro Tasse) zerkleinern, mit heißem Wasser übergießen, bedeckt 10 Min. ziehen lassen, abgießen.
Öl: zum Einreiben Frischen Ingwer reiben, durch ein Mulltuch den Saft auspressen. 1 Teil Ingwersaft mit 5 Teilen Sesamöl mischen.
Bad: 5 EL geriebenen Ingwer mit 2 Liter heißem Wasser übergießen, nach 15 Min. filtern und Sud zum Badewasser geben.
Gewürz: Passt zu Rind, Hähnchen und Fisch, vor allem asiatische, süßsaure Varianten.

Tipp: Gart man Ingwer mit Fleisch, wird es besonders zart. Gute Qualität erkennen: Frische Ingwerwurzel sieht schön prall aus. Je größer die Knolle, desto schärfer. Ist sie schrumpelig, hat sie schon Wasser und ätherische Öle verloren. Im Seitenfach des Kühlschranks aufbewahren, dort bleibt sie 1-2 Monate frisch.

Quelle: plus Magazin 08/2012

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