Meine Heilpflanzen: Altes Wissen bewahren

Blühender Enzian in den Bergen

Kräuter-Tees, Umschläge und Tinkturen – Heilpflanzen gehörten früher  zu jeder Hausapotheke. Und heute? „Innerhalb von nur zwei Generationen kann das Wissen um die Wirksamkeit von Heilpflanzen für immer verloren gehen“, warnt der Kräuter-Experte Dr. Ulrich Mautner.

Auf die Natur vertrauen

Deshalb hält der Agrarwissenschaftler überall Vorträge, um das Wissen darum zu erhalten. „Wir sollten wieder lernen, im Einklang mit der Natur zu leben, und auf Wirkstoffe vertrauen, die lange gute Dienste getan haben.“ Bei Salus in Bruckmühl machte Mautner seine Passion zum Beruf. 120 Heilpflanzen verarbeitet er zu Tees, Tinkturen und Säften. Doch nur noch ein Teil der Kräuter wächst in Deutschland.

Immer mehr Heilpflanzen kommen aus firmeneigenen Farmen in Chile – vor allem jene Pflanzen, die in Europa vom Aussterben bedroht sind: dazu zählt der Gelbe Enzian. Der Grund: In Chile gibt es die sauberste Luft – beste Voraussetzungen für hochwirksame Arzneipflanzen.

Bitter tut gut!

Er schmeckt bitter! Dafür schmeichelt Gelber Enzian Magen und Darm. Probieren Sie’s aus: Tees mit dem Heilkraut sind das beste Mittel gegen Völlegefühl. Die Wurzel des seltenen Gelben Enzians ist das Bitterste, das die Natur zu bieten hat. Und dabei eine unserer ältesten Heilpflanzen! Im 2. Jahrhundert vor Christus war der Gelbe Enzian bekannt und lange Zeit in den mittel- und südeuropäischen Bergregionen heimisch.

Die Bitterstoffe schützten die Pflanze dabei vor gefräßigen Tieren, die dieses Gewächs  verschmähten. Den Menschen aber leisteten  diese Bitterstoffe gute Dienste – früher gingen die Menschen davon aus, dass ein unangenehmer Geschmack zum Wesen der Medizin gehört. Deshalb eignet sich der Extrakt aus der Wurzel des Gelben Enzians vor allem für Probleme im Magen und Darm. Doch dann entdeckten die Hersteller von Spirituosen den kraftvollen Bittersaft.

Die Folge: Dem Gelben Enzian ging es gewaltig an den Kragen. Der stetig steigende Bedarf der Industrie führte rasch dazu, dass der Gelbe Enzian massiv gefährdet ist. In vielen Ländern wie Deutschland steht er heute unter Naturschutz. Dabei hätten wir dessen natürliche Bitterstoffe heute sehr  nötig.

Da aus den meisten Gemüse- und Obstsorten die natürlichen Bitterstoffe weggezüchtet wurden, fehlen sie heute. Die Folge: Unser Magen-Darm-Trakt ist oft gestört. Und wenn es daran hapert, leidet der ganze Mensch. Denn in der Darmschleimhaut sind 80 Prozent unseres Immunsystems angesiedelt.

Enzian für Magen und Darm

Was tun? Auf den Gelben Enzian achten! Der natürliche Bitterstoff verbessert die Verdauung und bremst unangenehmes Völlegefühl. Darüber hinaus kann der natürliche Wirkstoff  Appetitlosigkeit lindern. So kann er Fettverbrennung und Stoffwechsel angekurbeln, was  das Immunsystem stabilisiert.

Enzianwurzel finden Sie in Tee-Mischungen, die Sie am besten mit siedend heißem Wasser übergießen, und als Tropfen. Wer also den bitteren Geschmack des Gelben Enzians in Kauf nimmt, wird  in den Genuss seiner natürlichen Heilkraft kommen.

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RWG Redaktion

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