Die sieben großen Sommer-Probleme

Ein sonniger Strandpfad an der Nordsee

Wer hat schon Lust, im Sommer krank auf der Nase zu liegen? Wir haben Ihnen einen kleinen Gesundheitsfahrplan mit wichtigen Tipps und Tricks zur Vorsorge zusammengestellt.

Reisekrankheit

Kennen Sie das? Vielen Menschen wird schon beim Gedanken an die Ferienreise die Laune verdorben. Womöglich leiden sie unter Reisekrankheit. Von Kilometer zu Kilometer häufen sich die Beschwerden – der Schweiß bricht aus, der Kopf schmerzt, und der Magen scheint sich „umzudrehen“. Trösten Sie sich: Sie sind mit Ihrem Problem nicht allein.

Etwa 90 Prozent aller Menschen werden irgendwann einmal Opfer der Reisekrankheit. Lassen Sie sich die Laune auf Urlaub nicht verderben. Ihr Apotheker hält zuverlässige Mittel gegen die Reisekrankheit bereit. Es gibt dort auch einen speziellen Kaugummi, der erst genommen werden muss, wenn die Übelkeit auftritt. Die Wirkung tritt innerhalb von wenigen Minuten ein.

Durchfall

Im Sommer lösen meist Bakterien Durchfall aus: Salmonellen, Camphylobacter und E. coli können in Speiseeis, Eiern, Mayonnaisen oder in Fleisch stecken, das zu kurz gegart wurde. Durchfall ist eine Schutzfunktion des Körpers. Medikamente wie etwa Kohletabletten und chemische Substanzen sollte man nur im Notfall einnehmen. Denn bestimmte Wirkstoffe hemmen die Ausscheidung der Krankheitserreger und können die Heilung verzögern.

Das hilft: Viel trinken, um den Verlust an Flüssigkeiten und Mineralsalzen auszugleichen. Vor allem ältere Menschen sollten darauf achten. Weil ihr Durstgefühl weniger ausgeprägt ist, trocknen sie sehr schnell aus. Gut geeignet ist neben Wasser schwarzer Tee mit seinen entzündungshemmenden Gerbstoffen. Wenn der Durchfall länger als drei bis vier Tage unvermindert anhält, Fieber hinzukommt oder sich Blut und Schleim im Stuhl zeigen: zum Arzt gehen.

Sonnenlicht

Sonnenlicht macht gute Laune – allerdings kommt es auf die richtige Dosis an. Eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad empfiehlt es sich, die Haut mit Sonnenschutzmitteln einzucremen. Wer helle Haut hat, benötigt einen hohen Lichtschutzfaktor von 30 oder mehr. Bei dunkler oder vorgebräunter Haut genügt meist ein Lichtschutzfaktor von etwa 20. Regelmäßig sollte nachgecremt werden.

Dadurch erhöht sich der Schutz zwar nicht, aber er bleibt erhalten. Nachcremen ist auch nach dem Baden und Abtrocknen wichtig. Hat die Haut genügend UV-Licht getankt, sollte direkte Sonne gemieden werden. Zu viel UV-Strahlung führt zu Sonnenbrand, lässt die Haut schneller altern und erhöht langfristig das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. können Bindegewebsfasern schädigen (vorzeitige Hautalterung). Noch gefährlicher sind die UV B-Strahlen: Sie lassen freie Sauerstoffradikale gedeihen, die Zellstrukturen schädigen, ja sogar zerstören können.

Gefahr von Hautkrebs

Dem gefürchteten Melanom oder Hautkrebs sind somit Tür und Tor geöffnet. Achten Sie also darauf, dass Sie ein Sonnenschutzmittel wählen, das sowohl gegen UV A-Strahlen wie auch gegen UV B-Licht wirkt. Auch wenn Sie ein auf Ihren Hauttyp abgestimmtes Sonnenschutzmittel benutzen: Das bedeutet nicht, dass Sie unbegrenzt in der Sonne schmoren können.

Am Besten fragen Sie in der Apotheke, wie lange Sie sich mit dem empfohlenen Schutz in der Sonne aufhalten können. Übrigens: Ein gefährlicher Trugschluss ist zu glauben, dass man den Lichtschutz verlängern kann, wenn man sich erneut eincremt. Ist der individuelle Lichtschutzfaktor ausgereizt, sollte man sich besser im Schatten aufhalten.

Hat das Alter Einfluss?

Das ist tatsächlich so. Bei Babys ist die Haut noch sehr dünn und empfindlich und ihr Eigenschutz ist noch nicht vollständig entwickelt. Bereits 10 Minuten ohne Sonnenschutz reichen aus, um bei den Kleinsten einen Sonnenbrand zu verursachen.

Aber auch ältere Menschen sind als besonders gefährdet einzustufen. Denn mit zunehmendem Alter wird die Haut immer empfindlicher. Zusätzlich tritt heller Hautkrebs als Spätfolge von übermäßigem Sonnengenuss auf. Für alle Altersgruppen gilt: Sie sollten sich überwiegend im Schatten aufhalten, die pralle Sonne in der Mittagszeit von 11-15 Uhr auf jeden Fall meiden. Und wichtig: ein gutes Sonnenschutzmittel verwenden.

Mücken,Wespen, Bienen & Co.

Nach einem Insektenstich ist erst einmal Kühlung angesagt. Ein feuchter Umschlag wirkt gegen die Entzündung und lindert den Schmerz. Ein einfaches wie gutes Hausmittel ist die frisch geschnittene Zwiebelscheibe, die man einfach auf den Stich legt. Ebenso wirkungsvoll sind antihistaminische Cremes und Gels aus der Apotheke, die den Juckreiz lindern.

Bei allergischen Reaktionen müssen Sie jedoch sofort den Notruf 112 alarmieren. Bis der Arzt eintrifft: Eiswürfel lutschen und den Hals gegen die Schwellung kalt einwickeln. Zukunftsweisend und neu sind so genannte Repellents mit dem Wirkstoff Saltidin. Er wehrt Insekten ab, indem er auf den Geruchssinn der Insekten einwirkt. Der Wirkstoff wehrt eine Vielzahl von Krankheitsüberträgern zuverlässig ab.

Sommererkältung

Wer jetzt in der warmen Jahreszeit nicht aufpasst, der kann sich rasch eine Sommererkältung einhandeln. Schon eine kleine Unterkühlung schwächt unsere Abwehrkräfte. Das ist das Startzeichen für unzählige Erkältungsviren, die auch im Sommer aktiv sind und auf ihre Opfer warten.

Schon ein Frösteln nach Sonnenuntergang oder ein zu langer Aufenthalt in kaltem Wasser vermindert deutlich die Abwehrkräfte und aktiviert dann vorhandene Viren und Bakterien. Schon ein leichtes Frösteln zeigt eine Störung der Abwehrkräfte an. Am Besten berücksichtigen Sie unsere guten medizinischen Ratschläge:

  • Vermeiden Sie Unterkühlungen.
  • Gehen Sie kühlem Luftzug aus dem Weg
  • Tragen Sie im Sommer keine Kunststoffwäsche
  • Wechseln Sie nasse Badekleidung

Und wenn Sie es trotz aller Vorsicht doch erwischt haben sollte:

Starten Sie ein Sofortprogramm, damit die Sommererkältung so rasch wie möglich wieder flieht! Wohltuend ist ein Erkältungsbad mit Zusätzen von Eukalyptus, Melisse, Menthol, Kampfer. Reiben Sie abends die Brust mit Salben ein, die ätherische Öle enthalten. Das verflüssigt den zähen Schleim aus Luftröhre und Bronchien, und das Abhusten wird erleichtert.

Und ganz wichtig: Bringen Sie unbedingt Ihre geschwächten Abwehrkräfte wieder auf Vordermann! Bewährt haben sich dazu besonders Extrakte des roten Sonnenhuts (Echinacea purpurea), Eleutherococcus und Ginseng (Apotheke). Außerdem benötigt der Körper jetzt viel Vitamin C.

Fußpilz

Im Sommer ist das Risiko für Fußpilzerkrankungen hoch. Wo Menschen barfuß gehen – also etwa in Schwimmbädern – am Besten Schuhe anziehen. Wenn Sie Fußpilz feststellen sollten: Zum Abtrocknen möglichst ein frisches Handtuch benutzen, das danach gleich in die Wäsche gegeben wird. Das Pilzmittel sollte anschließend am Besten nach dem Duschen oder Baden aufgetragen werden.

Auch wichtig: Nicht nur die befallenen Stellen sollten eingecremt werden, sondern alle Zehenzwischenräume, selbst wenn dort keine Rötungen zu sehen sind. Nach dem Eincremen ist es ratsam, etwa zwei Minuten zu warten und erst dann Socken und Schuhe anzuziehen. So kann das Mittel eindringen und trocknen.

Nicht vergessen: Nach der Anwendung die Hände gut waschen, um eine Ansteckung der Pilzerreger auf andere Körperteile zu vermeiden. Was Viele vergessen: Wer Fußpilz hat, kann sich über die eigenen Socken und Schuhe immer wieder selbst anstecken. Es empfiehlt sich deshalb, die Schuhe möglichst täglich zu wechseln, sie abends zu desinfizieren und über Nacht gut zu lüften. Socken und Handtücher können mit einem Antipilz-Zusatz (Apotheke) gewaschen werden.

Schweißfüße

Besonders im Sommer leiden viele Menschen unter Schweißfüßen. Es gibt gute Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. Voraussetzung jeder erfolgversprechenden Strategie ist das tägliche Fußbad. Besonders empfehlenswert: Kräuterfußbäder auf Thymian- und Rosmarinbasis. Nach dem Bad sorgt ein normales Deo-Spray für schweißfreie Füße. Bei hartnäckigen Fällen hat sich Obstessig bewährt. Zum täglichen Einreiben genügt für jeden Fuß eine Hand voll.

Liebe Sonne – böse Sonne

Sonnenbaden mit Verstand Die Dermatologin Dr. Eva-Maria Meigel, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging-Medizin (GSAAM), gibt Ihnen gute Tipps, wie Sie die Sonne genießen, ohne Ihrer Haut zu schaden. Wie schädlich ist Sonnenstrahlung für den Menschen? UV-Strahlung kann das Erbgut der Hautzellen schädigen und so Hautkrebs hervorrufen.

Deshalb sollten wir unsere Haut nie ungeschützt der Sonne aussetzen. Hautkrebs-Vorsorge muss schon im Kindesalter beginnen, denn jeder Sonnenbrand vor dem 18. Lebensjahr erhöht das Krebsrisiko erheblich. Selbst wenn es nicht zum Sonnenbrand kommt, können lange Aufenthalte an der Sonne die Haut dauerhaft schädigen. Außerdem fördert Sonnenlicht die Hautalterung und damit die Faltenbildung.

Sollte man angesichts der Hautkrebsgefahr überhaupt noch an die Sonne gehen?

Selbstverständlich. Wir Menschen benötigen Sonnenlicht vor allem zur körpereigenen Herstellung von Vitamin D, das kaum über Nahrung aufgenommen werden kann. Für die von uns benötigte Menge reicht im Sommer schon ein kurzer Spaziergang. Vitamin D stärkt beispielsweise die Knochen und kann das Risiko für Osteoporose, Muskelschwund, Krebs, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf- Erkrankungen senken.

Was kann man neben einem ausreichenden Sonnenschutz tun?

Eine gute Ergänzung zum Sonnenschutz von außen ist der Sonnenschutz von innen. Wer regelmäßig bestimmte Obst- und Gemüsesorten verzehrt, kann einen erhöhten Lichtschutzfaktor erzielen., Das geht zum Beispiel mit zwei Möhren – einer großen Portion Spinat, einem großen Glas Tomaten- oder Möhrensaft oder 300 g Wassermelone. Damit werden immerhin 75 Prozent der UVB-Strahlen absorbiert.

Welcher Lichtschutzfaktor für wen?

Gut zu wissen: Je nach Hauttyp benötigen Sie einen individuellen Lichtschutzfaktor (LSF). Sind Sie sehr hellhäutig, haben eventuell Sommersprossen und eher rötliches Haar? Dann sollten Sie entweder einen extrem hohen LSF benutzen (mit LSF 50+) oder besser gar nicht in die pralle Sonne gehen. Haben Sie blondes Haar und graue, blaue oder grüne Augen und werden nur mäßig braun?

Dann gehören Sie zum „Germanischen Typ“. Sie benötigen einen LSF von 25 bis 30. „Mischtypen“ mit dunkelblonden Haaren und braunen Augen sollten LSF 25 verwenden. Meist keine größeren Probleme hat der „Mediterrane Typ“: Er besitzt von Natur aus eine gebräunte Haut, hat dunkles Haar und braune Augen. LSF von mindestens 15 ist für diesen Typ in der Regel geeignet.

Foto: © Olha Rohulya – fotolia.com

RWG Redaktion

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