Reisedurchfall – Montezumas Rache vorbeugen

Eine Frau hat Durchfall im Urlaub

Nicht selten werden schöne Urlaubstage durch das Auftreten von Durchfall beeinträchtigt. Je exotischer das Reiseziel und damit die dem Körper abverlangte Anpassungsreaktion, desto größer ist die Gefahr, dass der Urlauber an Durchfall erkranken wird.

Ungewohnte, fettreiche Nahrung und scharfe Gewürze verusachen schon von sich aus eine Rebellion von Magen und Darm. Ungünstige hygienische Verhältnisse und heißes Klima sorgen für schnell verderbliche Nahrung. Von Durchfall spricht die Medizin, setzen wir pro Tag mehr als drei wässrige oder breiige Stühle ab. Oft kommen Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Bauchschmerzen, durch den Flüssigkeits- und Mineralverlust Kreislaufschwäche und Fieber hinzu.

Die Behandlung von Durchfallerkrankungen

Oberstes Gebot ist der Ersatz von verlorener Flüssigkeit und Mineralsalzen. In Apotheken sind verschiedene Präparate erhältlich, die im Hinblick auf die Korrektur des Wasser- und Mineralhaushalts eine optimale Zusammensetzung aufweisen. Sind diese Präparate nicht zur Hand, so hilft verdünnter (1:1) Orangensaft, dem ein gestrichener Teelöffel Kochsalz auf einen Liter zugesetzt wurde.

Wahlweise trinken Sie einen Liter abgekochtes Wasser oder Schwarztee mit Zusatz von einem Esslöffel Zucker und einem gestrichenem Teelöffel Kochsalz. Oder Sie verdünnen Cola 1:1 mit stillem Mineralwasser und essen Salzgebäck dazu. Bewahren Sie die angesetzte Flüssigkeit ohne Kühlung nicht länger als eine Stunde auf und trinken Sie zur Vermeidung von Erbrechen schluckweise.

Schonkost für die Darmschleimhaut

Beruhigen Sie die gereizte Darmschleimhaut durch Schonkost. Essen Sie bei akutem Durchfall zunächst nichts. Vertragen Sie die Flüssigkeitsgabe gut, bauen Sie die Nahrung schrittweise auf. Zunächst verzichten Sie auf alle Milchprodukte und fette Speisen. Geeignet sind Toastbrot mit wenig Marmelade, Hühnersuppe mit Nudeln oder Karottensuppe.

Später erweitern Sie den Speiseplan um mageres Hühnchenfleisch und Reis. Der Nahrungsaufbau erfolgt langsam, da schwer verdauliche Bestandteile aufgrund der Reizung erneut zu Durchfall führen. Für Kinder ist spezielle Fertigschonkost („Heilnahrung“) erhältlich.

Hilfe aus der Hausapotheke

Verwenden Sie Schadstoffe adsorbierende oder stopfende Arzneimittel. Hierzu gibt es eine Reihe von Produkten, die medizinische Kohle, Kaolin, Pektin oder Gerbstoffe enthalten. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten! Medikamente, die die Darmflora wiederaufbauen helfen Gebräuchlich sind in Apotheken erhältliche Hefepräparate (Saccharomyces boulardii), die auch prophylaktisch eingesetzt werden können.

Ist rasche Hilfe nötig (z.B. Rückflug), so eignen sich sog. Motilitätshemmern, z.B. Loperamid. Bestimmte Gegenanzeigen und Anwendungshinweise sind zu beachten! Als pflanzliche Alternative finden Präparate aus der Uzara-Wurzel Anwendung. Sie sind für Kinder verträglich. Diese Motilitätshemmer dürfen nicht bei blutigen Durchfällen oder bei Durchfällen mit Fieber zum Einsatz kommen!

Vorbeugende Maßnahmen

Korrektes Verhalten trägt dazu bei, Durchfallerkrankungen zu vermeiden. Außer der Beachtung von hygienischen Regeln sollten Sie die Anpassungsreaktion des Körpers auf die veränderten Lebensbedingungen unterstützen. Die Einnahme von bestimmten Hefepräparaten (Saccharomyces boulardii) vor Reiseantritt hilft empfindlichen Personen.

  • Vermeiden Sie in den ersten Tage Anstrengungen!
  • Überforden Sie den Magen nicht mit ungewohnten Speisen!
  • Beachten Sie gerade in warmen Ländern die Hygieneregeln! Essen Sie nur gekochte oder (selbst) geschälte Speisen!
  • Verwenden Sie kein Leitungswasser!
  • Verzicht auf rohe oder weichgekochte Eierspeisen, Rohmilchprodukte (z.B. Rohmilchkäse) und Speiseeis!
  • Evtl. empfehlen sich Impfungen gegen Cholera oder Typhus.

Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Durchfall und Erbrechen helfen dabei, Keime oder Giftstoffe, schnell loszuwerden. Daher genügen unspezifische Maßnahmen, denn diese Krankheit ist selbst limitierend, d.h. nach drei bis vier Tagen sollten keine Beschwerden mehr vorhanden sein.

Durchfall kann Zeichen einer ernsten Erkrankung sein, die sofortiger ärztlicher Hilfe bedarf (z.B. Typhus, Cholera, Amöbiasis, Brucellose). Ernst zu nehmen sind größere Wasser- und Mineralstoffverluste, die bei gleichzeitigem Erbrechen nur durch Infusionen auszugleichen sind.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:

  • die Durchfälle stark, blutig oder schleimig sind oder am 3. Tag keine deutliche Besserung eintritt,
  • Säuglinge oder Kleinkinder betroffen sind, da diese durch Flüssigkeitsverluste besonders gefährdet sind
  • Durchfälle bei Personen mit krankheits- oder medikamentös bedingten herabgesetzten Abwehrkräften und alten Personen.

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RWG Redaktion

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