Kaiserschnitt auf Wunsch – Pro und Contra

Eine Hochschwangere hält ihren Mutterpass

Natürliche Entbindung oder Kaiserschnitt auf Wunsch? Das haben wir die Leserinnen von Leben & erziehen gefragt. Die Ergebnisse unserer Umfrage und eine Auswahl der Antworten finden Sie hier

Die meisten lehnen einen Wunsch-Kaiserschnitt ab

88 Prozent der Mütter, die uns geschrieben haben, lehnen einen Kaiserschnitt auf Wunsch ab. Sie sprechen aus Erfahrung: Fast die Hälfte (47 Prozent) dieser Frauen hat selbst einen oder mehrere medizinisch notwendige Kaiserschnitte erlebt.

Die allermeisten Frauen wünschen sich, ihr Kind spontan auf die Welt zu bringen und es gleich nach der Geburt im Arm zu halten. Viele Mütter, die ungeplant per Kaiserschnitt entbunden haben, waren hinterher traurig und enttäuscht. Sie glaubten, versagt und ihrem Kind nicht den besten Start ins Leben ermöglicht zu haben.

Einig waren sich fast alle:

Ein Kaiserschnitt ist keine schmerzfreie Geburt! Für viele Frauen waren die Tage nach der Operation schwerer als der Wehenschmerz, den Mütter meist vergessen, sobald das Kind da ist.

Frauen berichten von ihren Erfahrungen

Mein Sohn kam per Kaiserschnitt auf die Welt, ein schreckliches Erlebnis. Ich verstehe Frauen nicht, die freiwillig einen Kaiserschnitt machen lassen. Das Argument „weniger Schmerzen“ lasse ich nicht gelten. Vielleicht umgeht man heftige Wehen, aber der Tag nach der OP fühlt sich an, als würde man sich nie wieder bewegen können. In den ersten Stunden nach der Geburt war ich nicht fähig, mein Baby im Arm zu halten und mich richtig zu freuen.

Anett Gläsel, Leipzig

Ich vermisse die Erfahrung der Geburt Früher kam für mich nur ein Kaiserschnitt infrage. Schwanger änderte ich meine Meinung und bereitete mich auf eine natürliche Geburt vor. Leider musste dann doch ein Notkaiserschnitt gemacht werden, da die Herztöne meiner Tochter teilweise nicht mehr messbar waren.

Ich war froh, dass meine Tochter gesund zur Welt kam. Aber mir fehlt die Erfahrung der Geburt und der erste unmittelbare Kontakt zu meinem Kind. Ich würde eine natürliche Geburt bevorzugen. Gegen die Wehenschmerzen kann man sich immer noch eine PDA geben lassen.

Manja Schiffmann, Bergisch Gladbach

Nach der Not-OP ein Wunschkaiserschnitt Meine Kinder sind beide durch einen Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Die erste OP war notwendig, weil sich nach 24 Stunden Wehentropf nichts tat. Der Kopf meines Sohnes war zu groß für mein Becken.

In der zweiten Schwangerschaft habe ich mich für einen Wunsch-Kaiserschnitt entschieden. Einen Notfall wie bei der ersten Geburt wollte ich vermeiden. Diesen Eingriff (mit Spiralanästhesie) habe ich bewusster und entspannter wahrgenommen. Ich würde mich wieder so entscheiden. Wenn Frauen aber aus Angst vor den Wehen einen Kaiserschnitt wollen, sollten sie die Schmerzen nach der OP nicht vergessen.

Esther Lützenkirchen, Kaufungen

Es ist und bleibt ein operativer Eingriff Mein erster Sohn kam auf natürlichem Weg zur Welt. Es war eine lange und schmerzhafte Geburt, zum Schluss musste die Saugglocke zu Hilfe genommen werden. Trotzdem hatte ich die Schmerzen gleich nach der Geburt vergessen.

Mein zweiter Sohn musste per Kaiserschnitt geholt werden. Das hat mich sehr belastet. Mir fehlen die ersten sechs Stunden mit meinem Kind, da ich es zuerst nur kurz sehen konnte. Dazu kamen hinterher die Probleme mit der Narbe. Es ist und bleibt ein operativer Eingriff.

Andrea Schneider, Waldshut-Tiengen

Für mich war der Kaiserschnitt die beste Lösung Ich konnte mich nicht in einem Kurs auf die Geburt vorbereiten, weil ich die letzten zwei Monate meiner Schwangerschaft liegen musste. Dazu kam noch eine Beckenendlage. Deshalb riet man mir zum Kaiserschnitt.

Die PDA war kein Problem und nach fünf Minuten hörte ich meine Tochter quäken. Ich war überglücklich, als mir die Hebamme das kleine Bündel zeigte. Schon nach kurzer Zeit lag ich wieder im Krankenzimmer. Allerdings hatte ich noch einige Wochen hinterher Schmerzen. Doch in meiner Situation war der Kaiserschnitt sicherlich die beste Lösung.

Vicky Wundsch, Geisenfeld

Eine Geburt ist ein tolles Erlebnis für den Vater Unsere Tochter ist auf natürlichem Wege zur Welt gekommen. Die Geburt hat von der ersten bis zur letzten Wehe drei Stunden gedauert – und das beim ersten Kind. Die Schmerzen gehören dazu. Auch für meinen Mann war die Geburt unseres Babys ein unvergessliches Erlebnis, das er nicht missen möchte.

Michaela Mayer, Hösbach – So machen’s Promi-Mütter

Wenn eine prominente Frau ein Kind bekommen hat, lautet die erste Frage heute nicht „Junge oder Mädchen?“, sondern: „Per Kaiserschnitt oder natürlich?“ Denn Promi-Mütter scheinen den Kaiserschnitt auf Wunsch zu bevorzugen. Ob Sängerin Madonna, Ex-Spice Girl Victoria Beckham, Model Claudia Schiffer, Verona Feldbusch oder die Schauspielerinnen Liz Hurley und Jenny Elvers.

Sie alle brachten ihre Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt. In Deutschland wurden im Jahr 2001 über 22 Prozent aller Kinder durch Kaiserschnitt geboren. Das sind sieben Prozent mehr als vor zehn Jahren. Dass es auch auf natürlichem Weg geht, zeigten dagegen Model Kate Moss, Filmstar Kate Winslet, Steffi Graf, die niederländische Prinzessin Máxima oder Sängerin Sarah Connor.

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