Hier lauern Zecken

Ein Schild, das vor Zecken warnt

Im Garten oder Wald – überall in Deutschland lauern schon Zecken und gieren nach Blut! Dabei können die kleinen Spinnen gefährliche Krankheiten übertragen. Schutz und Hilfe sind einfach, wenn man diese Ärzte-Tipps beherzigt.

So schützen Sie sich

Zecken stürzen sich nicht von Bäumen auf Menschen – das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Sie lauern auf Grashalmen, Sträuchern und Gebüschen. Und das maximal in einer Höhe von 1,50 m. Dort streift man sie im Vorbeigehen ab.

Wer sich viel im Freien bewegt, beispielsweise im Garten, auf Wiesen und in Wäldern, sollte lange Hosen tragen. Dazu passt langarmige Oberbekleidung und ein Hut – vor allem wenn man unter Sträuchern arbeitet. Tragen Sie am besten helle Kleidung. So können Sie Zecken, die noch nicht gebissen haben, besser erkennen und entfernen. Tipp: Socken über die Hosenbeine ziehen, damit die Zecken schlechter hochkrabbeln können.

Tragen Sie Zeckenschutzmittel auf. Die Mittel schützen für etwa fünf Stunden. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen suchen Sie abends am besten den ganzen Körper nach den Tieren ab. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen, etwa Kniekehlen, Achselhöhlen, Genitalbereich oder Hals.

So entfernen Sie Zecken

Zecke rasch entfernen, damit so wenig Krankheitserreger (FSME-Virus bzw. Borrelien-Bakterien) wie möglich ins Blut übertragen werden. Dazu die Zecken am besten mit einer Pinzette, Zeckenzange oder speziellen Zeckenkarte herausziehen.

Wichtig ist: Greifen Sie die Zecke möglichst nah an der Hautoberfläche. Dann vorsichtig ziehen, ohne den Körper des Ungeziefers zu quetschen. Links oder rechts herum drehen ist unnötig. Zecken haben am Kopf zwar Widerhaken, aber kein Gewinde! Einstichstelle mit einer Jod- oder Alkohol-Lösung desinfizieren.

Gelingt es nicht, die Zecke komplett herauszuziehen, sollten Sie zum Arzt gehen. Das gilt auch, falls Sie den Biss erst bemerken, wenn die Zecke abgerissen oder schon abgefallen ist. Ein Arztbesuch steht ebenso an, wenn sich ein roter Kreis auf der Haut gebildet hat.

Wie erkenne ich Borreliose?

Etwa 60.000 Menschen in Deutschland infizieren sich pro Jahr mit Borrelien. Dabei gibt es nur etwa 400 FSME-Fälle (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, eine Form von Hirnhaut-Entzündung). Gegen FSME gibt es eine Impfung, gegen Borrelien nicht.

Typisch für eine Infektion mit Borrelien: die sogenannte Wanderröte. Dabei bildet sich an der Biss-Stelle nach etwa drei bis 21 Tagen eine kreisförmige Rötung. Diese verblasst in der Mitte und der Rand wandert nach außen. Oft fühlt man sich abgeschlagen, hat Fieber und Kopfschmerzen. In solchen Fällen gehen Sie bitte sofort zum Arzt.

Borreliose lässt sich im Frühstadium sehr gut mit Antibiotika behandeln. Je länger die Infektion zurückliegt, umso schwieriger und zeitaufwendiger (bis zu mehreren Monaten) wird die Therapie. Auch bei diesen Symptomen handelt es sich unter Umständen um eine unerkannte Borreliose: Nerven- und Gelenkschmerzen, Lähmungen im Gesicht, Seh- und Herzprobleme, unerklärliche Erschöpfung.

Buchtipp: Dr. Jochen Süss – Zecken: Was man über FSME und Borreliose wissen muss.

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RWG Redaktion

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