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Dimo Wache: Diabetes erfordert Disziplin
Natürlich: Die Diagnose „Typ-1-Diabetes“ war für Dimo Wache zunächst ein Schock. „Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bloß eine blasse Ahnung davon, was Diabetes ist“, erinnert er sich in seinem aktuellen Ratgeber „Rote Karte für Diabetes“ (siehe Kasten). Entsprechend hart war für den Fußballprofi die erste Zeit als Zuckerpatient. Doch an Blutzuckerkontrollen, Insulin-Spritzen und eine besondere Ernährung haben sich Dimo Wache, seine Familie und natürlich auch die Mannschaftskollegen längst gewöhnt. „Der Typ-1-Diabetes erfordert sehr viel Disziplin. Da muss man sich schon jeden Tag aufs Neue motivieren. Ansonsten könnte ich meine Handschuhe direkt an den Nagel hängen“, weiß der Torhüter.
Ähnliche Erfahrungen haben auch andere Spitzensportler gemacht, die unter Typ-1-Diabetes leiden. Zum Beispiel Hockeylegende Carsten Fischer, bei dem die Zuckerkrankheit 1990 diagnostiziert wurde – mitten in einer einmaligen Karriere. Bereits ein Junioren-Weltmeistertitel und zwei olympische Silbermedaillen krönten seine sportliche Laufbahn, als Carsten Fischer von der Zuckerkrankheit erfuhr. Konsequent stellte der Nationalspieler seine Ernährung um und setzte die sportliche Karriere fort. Mit Erfolg: 1992 holte er die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Barcelona, ehe er sich 1996 – nach 259 Länderspielen und 154 Toren – endgültig vom Spitzensport verabschiedete.
Claudia Grundmann: Die Ernährungsberaterin machte Mut
Sensationelle Erfolge trotz Zuckerkrankheit erzielte auch die Eishockeyspielerin Claudia Grundmann, die im letzten Jahr bei den Olympischen Winterspielen in Turin für Deutschland übers Eis flitzte. Schon im Alter von 23 Jahren erkrankte sie an Diabetes und befürchtete zunächst das Aus im Leistungssport. „Zum Glück hatte ich eine patente Ernährungsberaterin, die mir schnell die notwendige Sachkenntnis vermittelte und – was viel wichtiger war – Mut machte, an meinen Ziele festzuhalten“, erzählt Claudia Grundmann in einem Interview. Bereits kurz nach der Einstellungsphase der Blutzuckerwerte startete die Sportlerin wieder mit dem Training.
Genau wie Claudia Grundmann ist ihr Eishockeykollege Michael Hackert von den Frankfurt Lions Diabetiker. Auch er dachte nach der ernüchternden Diagnose vor sechs Jahren zunächst, er müsse den Profisport aufgeben. Durch Diabetes-Seminare und Gespräche mit Experten schöpfte Michael Hackert jedoch wieder Mut. „Durch sie lernte ich, dass ich zwar zukünftig viele Regeln einhalten werden muss, aber durchaus mit der Krankheit leben und Eishockey spielen kann“, erinnert er sich in einem Interview.
Matthias Steiner: Diabetes kann lästig sein
„Meine Siegermentalität hat mir zu einem neuen Leben verholfen“, sagt Gewichtheber Matthias Steiner, den die Diagnose „Diabetes“ genau an seinem 18. Geburtstag traf. Auch er entschied sich schnell, nicht aufzugeben und weiter Gewichte zu stemmen. Der junge Mann aus Österreich fühlt sich längst nicht mehr durch den Diabetes in seinem Sport eingeschränkt. „Manchmal ist es nur lästig, nur des Blutzuckerspiegels wegen essen zu müssen, obwohl man keinen Hunger hat“, so der Spitzensportler. Überzeugt ist er aus eigener Erfahrung davon, dass Bewegung das Wichtigste für einen Diabetiker ist.
„Medizinisch ist bewiesen, dass Bewegung, Sport und eine gesunde Ernährung sich äußerst positiv auf die Blutzuckerwerte auswirken“, weiß auch Dimo Wache, der Diabetikern rät, sportlich aktiv zu bleiben. Es muss ja nicht gleich eine Karriere als Leistungssportler sein.
Leistungsfähigkeit trotz Diabetes ...
... heißt das Motto des aktuellen Ratgebers „Rote Karte für Diabetes“ von Fußballprofi Dimo Wache. Eindrucksvoll und praxisnah zeigt der beliebte Torhüter und Diabetiker, wie man die Krankheit mit der richtigen Motivation und Fitness im Griff haben kann. Der Ratgeber ist im Südwest-Verlag erschienen und kostet 14,95 Euro.
Diabetes – eine Typfrage
Experten kennen zwei Formen von Diabetes, die sich grundlegend voneinander unterscheiden:
Beim Typ-1-Diabetes, der oft schon in jungen Jahren auftritt, ist der Körper nicht mehr in der Lage, das Hormon Insulin in der benötigten Menge herzustellen. Der Grund: Die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse werden vom körpereigenen Immunsystem zerstört. Bei der Entstehung von Typ-1-Diabetes spielen genetische Faktoren eine entscheidende Rolle. Das mangelnde Insulin müssen Betroffene ihrem Körper zuführen.
Beim Typ-2-Diabetes ist sowohl die Wirksamkeit als auch die Produktion des Hormons Insulin gestört. Diese Faktoren führen dazu, dass die Blutzuckerwerte unnatürlich in die Höhe steigen. Nicht zuletzt eine ungesunde Lebensweise mit Übergewicht und Bewegungsmangel kann Typ-2-Diabetes nach sich ziehen. Typ-2-Diabetes kann in der Frühphase häufig allein durch Gewichtsreduktion und körperliche Aktivität erfolgreich behandelt werden.
