Der Schilddrüse auf der Spur

Eine blonde Frau fühlt nach ihrer Schilddrüse

Unsere Schilddrüse liegt wie ein Schild vor dem Kehlkopf. Ihre Aufgabe ist die Regulation des gesamten Energieumsatzes der Körperzellen. Somit gehört die Schilddrüse zu den lebenswichtigen Organen unseres Körpers. Wenn sie erkrankt ist, leidet der ganze Mensch.

Gehen Sie zum Arzt!

Manche Patienten erkennen selbst, dass mit ihrer Schilddrüse etwas nicht stimmt. Sie berichten von einem Engegefühl am Hals oder leiden öfters unter Schluckbeschwerden. Betroffene tragen nicht mehr gern enge Sachen am Hals oder haben dauernd einen beschleunigten Pulsschlag. Höchste Zeit für einen Arztbesuch! Fragen Sie Ihren Arzt nach einer Tastuntersuchung.

Mit dieser einfachen und schmerzfreien Untersuchung können die Ärzte die meisten behandlungsbedürftigen Schilddrüsenvergrößerungen und Knoten aufspüren. Im Bedarfsfall wird der Arzt weitere Untersuchungsmethoden einsetzen, etwa eine Ultraschalluntersuchung des Organs.

Wenn das Jod fehlt…

… dann fehlt dem Körper ebenso das Schilddrüsenhormon. Die Schilddrüse reagiert bei Jodmangel mit einer Vergrößerung des Drüsengewebes, um das Fehlen an Hormonen auszugleichen. So kommt es zur Ausbildung eines Kropfes. Kropf oder Struma sind in unserem Land die häufigste Jodmangelkrankheit. Durch jodierte Lebensmittel (Speisesalz) können Sie dem akuten Mangel zum Teil vorbeugen.

Jedoch nur zum Teil! Experten betonen: Selbst bei ausschließlicher Verwendung von jodiertem Speisesalz ist der Bedarf nicht ausreichend gedeckt. 80 Prozent des mittels Jodsalz zugeführten Spurenelementes gelangen nicht in den Körper. Das Jod verdunstet beim Kochen oder gelangt mit dem Kartoffelwasser oder der restlichen Salatsauce in den Ausguss.

Selbst wer einmal pro Woche eine Mahlzeit mit Seewasserfisch verzehrt, erreicht noch nicht die empfohlene Jodzufuhr. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt und Apotheker, ob für Sie eine zusätzliche Zufuhr durch Jodid-Tabletten angezeigt ist.

Das überaktive Organ

Bei großen, mit Knoten durchgesetzten Strumen kann eine Operation oder Radiojodidtherapie angezeigt sein. Oft kommt es bei lange bestehendem Jodmangel zum Wachstum der Schilddrüse mit Überfunktionserscheinungen. Diese Form der Schilddrüsenüberfunktion ist von der Basedow-Krankheit zu unterscheiden, bei der die Schilddrüse schicksalhaft durch sogenannte Autoantikörper abnorm stimuliert wird.

Das unteraktive Organ

Darüber hinaus gibt es eine Unterfunktion der Schilddrüse. Sie kann angeboren oder beispielsweise durch eine Schilddrüsenentzündung erworben sein. Nach schleichendem Beginn endet die Krankheit in Antriebsarmut, Konzentrationsschwäche und dumpfem Desinteresse.

Hier müssen Betroffene zeitlebens eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen durchführen. Vorbeugende Maßnahmen und eine frühzeitige Therapie können oft ein Fortschreiten des Krankheitsprozesses verhindern. Lassen Sie sich also von Zeit zu Zeit von Ihrem Hausarzt an den Hals gehen – auch ohne einen konkreten Verdacht.

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RWG Redaktion

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