Haben Sie genügend Enzyme?

Mango enthält natürliche Enzyme.

Enzyme sind für den Menschen lebenswichtig. Sie sind wahre Wunderwerke, die an allen biochemischen Vorgängen in unserem Körper beteiligt sind. In einigen Fällen gerät das System durcheinander. Lesen Sie, wann wir zusätzliche Enzyme brauchen.

Sie sitzen in unseren Zellen und sind unvorstellbar klein – nur wenige millionstel Millimeter groß. Enzyme sind für den Menschen lebenswichtig: Durch Enzyme bewegen wir uns, atmen, Nahrung verdauen oder setzen uns gegen Krankheiten zur Wehr.

Wo bildet der Körper die Enzyme?

Jede Körperzelle baut sich die Enzyme selbst, die sie für ihre Aufgaben braucht. Bei einer Schürfwunde sorgen Enzyme im Blut und in den Zellen der Haut für die Heilung. Die Bauchspeicheldrüse ist eine wahre Enzym-Fabrik. Sie produziert in großen Mengen Verdauungs-Enzyme, die in den Dünndarm kommen. Diese spalten die Nährstoffe, damit sie das Blut aufnimmt.

Es gibt 25.000 verschiedene Enzyme. 3.000 davon haben Wissenschaftler bereits erforscht. Forscher entdecken täglich neue Enzyme. Sie bestehen ähnlich wie Eiweiße aus Aminosäuren. Enzyme sind so zusammengesetzt, dass sie andere Substanzen aufbauen, transportieren oder spalten.

Können wir zu wenig Enzyme haben?

Ja. Es gibt ernste Mangelkrankheiten. Einige Beispiele: Die angeborene Stoffwechselstörung PKU (Phenylketonurie). Ärzte testen Neugeborene nach der Geburt darauf, weil diese Störung schwerste Gehirnschäden verursacht. Bei PKU macht Zeit unseres Lebens eine strenge Ernährungsumstellung unumgänglich.

Unangenehm, aber nicht lebensgefährlich ist die Milchzucker-Unverträglichkeit. Menschen mit farbloser Haut und Haaren (Albinos) fehlt das Ferment, das für die Produktion des Farbstoffs von Haut und Haaren sorgt. Viele Asiaten vertragen keinen Alkohol, weil ihnen die enzymatische Veranlagung fehlt, Alkohol im Körper abzubauen.

Empfiehlt sich die zusätzliche Einnahme?

Bei bestimmten Mangelkrankheiten nehmen wir die fehlenden Enzyme als Tabletten ein – z.B. bei der Milchzucker-Unverträglichkeit. Wurde die Bauchspeicheldrüse krankheitsbedingt entfernt, gilt Gleiches für Verdauungsenzyme. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Gegen andere Enzym-Mangel wie PKU und Albinismus gibt es keine Medikamente.

Bei vielen Krankheiten spielen Enzym-Untersuchungen eine wichtige Rolle für die Diagnose. Das gilt bei Beschwerden mit der Verdauung oder bei Leber-Krankheiten. Einen Test für alle Enzyme gibt es nicht – ihre Anzahl ist zu groß. Der Arzt testet je nach Krankheit, ob ein Mangel an den Beschwerden beteiligt ist. Frei verkäufliche Präparate sind in der Wissenschaft umstritten: Es bestehen keine Studien, die ihre Wirkung belegen.

Was können wir selbst tun?

Am besten hilft ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst und Milchprodukten. Sie liefert dem Körper Eiweiß. Daraus bildet er die Enzyme und andere Substanzen, die er braucht. Letztere benötigt er zur Produktion und Aktivierung der Fermente. Natürliche Enzyme, z.B. aus Ananas oder Papaya, verdaut der Magen. Enzymtabletten sind hingegen speziell gekapselt und lösen sich erst im Dünndarm auf.

Quelle: Lenz 10/2005

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RWG Redaktion

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