Dreh dich, Baby!

Eine Massage kann das Baby in die richtige Position bringen.

Manche Babys sitzen auch noch im letzten Drittel der Schwangerschaft aufrecht in Mamas Bauch in der sogenannten Beckenend- oder Steißlage, also mit dem Po nach unten.

Schwangere haben in diesem Fall folgende Möglichkeiten:

Abwarten

Es ist jeden Tag bis zur Geburt möglich, dass das Kind sich von selbst dreht. Beim ersten Kind liegt die Chance dafür bei etwa 35 Prozent, beim zweiten Kind sind es schon 74 Prozent und in der dritten Schwangerschaft sogar 98 Prozent. Aber es wird trotzdem immer unwahrscheinlicher, je größer das Baby wird.

Normale Geburt

Eine spontane Geburt in Beckenendlage ist genauso möglich wie eine Entbindung mit dem Babyköpfchen voran. Aber die Geburtshelfer sollten darin Erfahrung haben, viele Klinikärzte lassen sich erst gar nicht auf eine Steißgeburt ein.

Kaiserschnitt 

Dadurch kann es beim Baby allerdings eher zu Anpassungsstörungen kommen. Außerdem können folgende Schwangerschaften und Geburten eventuell schwieriger verlaufen.

Drehung mithilfe von Arzt und Hebamme

Um die 33. Schwangerschaftswoche herum können werdende Mütter damit beginnen, das Baby zum Drehen zu bewegen. Vor allem Hebammen haben dafür ein breites Repertoire an Hilfen entwickelt. Frauenärzte warten in der Regel noch weitere vier Wochen, gehen bei der „äußeren Wende“ dafür aber nachdrücklicher vor.

Diese Methoden können helfen:

Indische Brücke: Die Schwangere liegt auf dem Rücken, ihr Partner kniet sich vor sie, sodass sie ihren Po auf seine Oberschenkel lagern und die Knie über seine Schultern hängen kann. Alleine können Frauen diese Übung machen, indem sie ihren Po auf ein Kissen und die Unterschenkel auf einen Stuhl lagern. „Die Gedanken dabei zum Kind wandern lassen, das Baby streicheln und tief in den Bauch atmen“, empfiehlt Hebamme Karin Brenner.  Die Übung können Frauen zwei- oder dreimal täglich fünf Minuten lang machen.

Tönnchen-Stellung: Gut für Frauen, die sich bei der Indischen Brücke nicht wohlfühlen! Lassen Sie sich auf alle viere nieder, sodass die Unterarme komplett auf dem Boden liegen und legen den Kopf in die Hände. Dann die Knie nahe den den Kopf ziehen. damit sich kein Hohlkreuz bildet. Diese Übung zweimal täglich fünf bis zehn Minuten wiederholen.

Moxibustion: Hebammen erhitzen beim „Moxen“ mithilfe von Beifuß-Zigarren einen Akupunktur-Punkt an der Außenseite der Füße. Oft reagiert das Baby darauf schon während der Sitzung sowie am folgenden Tag mit verstärkten Bewegungen. Daher ist eine anschließende CTG-Kontrolle wichtig, denn die Moxibustion kann Wehen auslösen, so Hebamme Karin Brenner.

Streicheln: Paare lassen sich von der Hebamme zeigen, wo Babys Rücken zu erstasten ist. Dann beginnen sie dort, das Baby durch die Bauchdecke zu streicheln und führen die Massage in Richtung Rippenbogen fort. Dann auf der anderen Körperseite herunter in Richtung Becken. So wird ein Kreis gegen oder im Uhrzeigersinn beschrieben, allerdings wird der Bereich zwischen „5 Uhr“ und „7 Uhr“ ausgelassen. Für die Massage können Sie auch Aromaöl verwenden und sie genießen, so oft Sie möchten!

Haptonomie: Hebammen mit einer Fortbildung in Haptonomie entspannen durch bestimmte Übungen die Bauchmuskeln und -haut der Schwangeren. Danach versuchen die Eltern, ihr Kind durch Streichelspiele und gedanklichen Kontakt zu einer Wende zu bewegen.

Lichtwende: Mit einer Taschenlampe wird versucht, die Neugier des Babys zu wecken. Dabei wird die Lampe in Höhe des Köpfchens auf den Bauch gesetzt und nach einer Minute langsam in Richtung Becken geführt. Damit soll dem Kind der Weg nach unten vorgezeichnet werden. Diese Übung kann man mehrmals wiederholen, das Baby sollte dabei aber wach sein.

Zilgrei-Atmung: Die Schwangere hebt und senkt den Bauch im Rhythmus ihres Atems (am besten von der Hebamme zeigen lassen!). Dabei soll Babys Po aus dem Becken der Mutter gehoben werden. Diese Übung können Sie immer mal wieder zwischendurch für zwei, drei Minuten machen, wenn Sie Ruhe haben.

Die äußere Wende: Unter Ultraschall-Kontrolle versuchen Ärzte mit gezielten Handgriffen, Po und Kopf des Babys in die richtige Position zu schieben. Zur Entspannung bekommen die werdenden Mütter vorher Wehenhemmer. Und für den Notfall steht ein OP-Team bereit zum Kaiserschnitt.

Gut zu wissen: Bis auf die Moxibustion können Hebammen alle Methoden mit der Krankenkasse abrechnen. Das Moxen kostet etwa 30 Euro pro Sitzung.

Quelle: Leben & erziehen 09/10

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RWG Redaktion

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