Stress? Ohne mich!

Ein vor Stress schwitzender Geschäftsmann

Immer weiter, immer höher, immer schneller: Psychotherapeuten nennen es das »Himalaja-Phänomen« und warnen vor den seelischen und körperlichen Folgen der heutigen Schnelllebigkeit, zu denen unter anderem Erschöpfung und Schlaflosigkeit gehören.

Die täglichen Anforderungen steigen. Das Tempo, in dem sie gestellt werden, wächst. Ebenso die Flut nicht immer erfreulicher Nachrichten in den Medien. Gleichermaßen klagen immer mehr Menschen über Atemlosigkeit, innere Unruhe, Schlafstörungen, Herzrasen oder Depressionen.

Ständiger Freizeitstress

Selbst die Freizeit steht im Zeichen des ständig hektischer werdenden modernen Lebensstils, da die Unterhaltungs-, Schönheits-, Mode-, Fitness- und Sportindustrie zur Förderung der Umsätze immer neue Trends schafft. Die sich zunehmend rasanter drehende Konsumspirale führt zur Selbstentfremdung. Als Gegenakzent plädieren Fachleute für für »Entschleunigung« und Besinnung auf Werte jenseits von Statussymbolen, Onlineshopping, Telebanking, Handy, Telefon, E-Mail, TV und Internet.

Leichter gesagt als getan. Es gehört Mut dazu, aus dem Hamsterrad auszusteigen. Der Wille zur Veränderung bedeutet nicht nur, falsche Verhaltensmuster zu erkennen und abzubauen, sondern auch, häufiger »Nein« zu sagen und sich gegen die Ansprüche der Umwelt zu verwehren.

Ballast abwerfen

Menschen, die nicht zuletzt wegen Krankheit, ständiger Erschöpfung oder Schlaflosigkeit gezwungen waren, ihr Leben auf der überholspur zu verlangsamen, berichten von der inneren Einkehr und Bilanz in Stille, die dazu notwendig ist. Psychosomatische Beschwerden, bei denen sich seelische in körperliche Beschwerden umwandeln, könnten als Wegweiser auf der Suche nach Lösung der ursächlichen Konflikte dienen.

Geschwindigkeit senken, Termine einschränken, Lärmquellen ausschalten, vor allem aber Ballast abwerfen, sich von Altem trennen, wegschmeißen, aufräumen: Das empfehlen Anti-Stress-Experten. Die große Entrümpelung könne Auftakt zum Abschütteln seelischer Lasten sein. Die Energie beginne wieder zu fließen. Wichtig sei es zudem, »Zeitinseln« zu schaffen.

Ansprüche senken

Ob auf der Parkbank, im Wartezimmer des Arztes, in der Mittagspause oder bei der abendlichen Tasse Tee: Der Rat von Psychologen lautet, nicht noch mal eben schnell zu telefonieren, Kurznachrichten zu versenden oder den Fernseher anzuschalten, sondern die Augen zu schließen, innezuhalten und der Frage »Was ist es, was ich wirklich will?« nachzugehen.

Innere Unruhe, Herzrasen, Erschöpfung und Depressionen führen zu nervös bedingten Schlafstörungen, die wiederum zu innerer Unruhe, Herzrasen, Erschöpfung und Depressionen führen. Homöopathika oder Phytotherapeutika wie schlaffördernde und beruhigende Extrakte aus Baldrian, Melisse und Hopfen beziehungsweise aus Johanniskraut gegen depressive Verstimmungen und Angstgefühle helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Deutliche Symptome

Wie Fieber können Schlafstörungen auch Signal für körperliche Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Asthma, Schlafapnoe, Rheuma, Fibromyalgie beziehungsweise Demenz oder Zeichen für ein Absinken des östrogenspiegels in den Wechseljahren sein.

Diese Ursachen müssen ärztlich ausgeschlossen oder gegebenenfalls gezielt behandelt werden. Bei Frauen mit leichten Schlafstörungen, innerer Unruhe oder Depressionen im Klimakterium hat sich beispielsweise die Therapie mit Extrakten aus dem Wurzelstock der Traubensilberkerze bewährt.

So oder so: Generell anfällig für Schlafstörungen und die sie begleitenden nervösen Symptome sind sehr leistungsbereite Menschen mit hohem Anspruch an sich selbst, so Mediziner. Gerade sie kämen nicht umhin, sich Oasen der Ruhe zu schaffen und ihre Ansprüche abzubauen.

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RWG Redaktion

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