Die zuckersüße Epidemie

Momordica charantia wirkt Blutzucker senkend.

Diabetes mellitus – die Zuckerkrankheit – ist eine griechisch-lateinische Wortkombination: Diabetes kommt aus dem Griechischen und wird mit „Durchgang“ oder „Harnruhr“ übersetzt. Mellitus ist lateinisch und bedeutet „honigsüß“.

Bei Diabetes handelt es sich um eine hormonell bedingte chronische Stoffwechselerkrankung, die auf einem relativen oder absoluten Mangel an Insulin beruht.

Naturprodukte mit Momordica charantia können dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden speziell bei Diabetes zu verbessern. Die Blutzucker senkenden Eigenschaften von Momordica charantia werden bereits seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts erfolgreich untersucht. Die Anwendung ist zusätzlich zur medikamentösen Therapie, Ernährungsmaßnahmen und einem Bewegungsprogramm immer unter Aufsicht des behandelnden Arztes durchzuführen.

Die schlummernde Zeitbombe

Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa sechs bis acht Millionen Deutsche – das entspricht 10 % der Bevölkerung! – zuckerkrank sind. Diabetes wurde von der Weltgesundheitsorganisation bereits 1999 zur Epidemie erklärt.

Damit ist Diabetes die Volkskrankheit Nummer 1. Das Deutsche Diabetes Forschungsinstitut nimmt zudem an, dass die Zahl der unerkannten Diabetes-Erkrankungen vermutlich viel höher ist als bislang angenommen, denn viele wissen nicht einmal, dass sie an Diabetes leiden.

Je länger Diabetes unbemerkt bleibt, desto gravierender und häufiger treten mögliche Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Sehstörungen, Fußleiden oder Nierenversagen auf. Umgekehrt können diese jedoch durch eine frühzeitige und adäquate Diagnose verhindert werden.

Wenn der Blutzucker entgleist

Es existieren zwei Typen des Diabetes mellitus, die sich hinsichtlich ihrer Entstehung grundsätzlich unterscheiden.

Der Typ-I-Diabetes wurde früher als juveniler Diabetes (Synonym für jugendlicher Diabetes) bezeichnet, da er meist im jugendlichen Alter beginnt. Er entwickelt sich durch eine immunologisch bedingte Zerstörung der Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. Betroffene müssen lebenslang Insulin spritzen.

Typ-II-Diabetes (früher: Altersdiabetes) wird zehnmal häufiger als Typ-I-Diabetes diagnostiziert. Hier liegt eine angeborene oder erworbene Unempfindlichkeit gegenüber Insulin vor. Diese so genannte Insulinresistenz ist möglicherweise auf eine dauerhaft überreiche Nahrungszufuhr mit Zucker zurückzuführen. Im weiteren Verlauf sind die Insulin produzierenden Zellen überfordert, und die Insulinausschüttung bricht zusammen.

Wohlstands-Zucker

Typ-II-Diabetes, dessen Zunahme vor allem durch die ungesunde Lebensweise der Wohlstandsgesellschaft – wenig Bewegung, falsche Ernährung, Übergewicht – begründet wird, aber auch der Typ-I-Diabetes bei Kindern nehmen zu.

Besser bitter als zuckersüß

Momordica-charantia ist eine einjährige Kletterpflanze, die von Indien und China ausgehend nun auch verstärkt in Südamerika, Afrika und den USA angebaut wird. Ihre gesundheitsfördernde Wirkung ist schon seit Jahrhunderten bekannt.

Insbesondere in der asiatischen Küche wird die Balsambirne, die auch als Bittergurke- oder -melone bezeichnet wird, als Gemüse verwendet. Sowohl die Blätter als auch die unreifen Früchte können getrocknet und als Tee zubereitet werden.

Darüber hinaus gibt es Momordica auch in Form von Tabletten. Diese enthalten einen speziellen Momordicafrucht-Zimt-Komplex, Vitamin B1 sowie die Spurenelemente Chrom, Zink, Selen und Jod. Diese können mit bioaktiven Pflanzenstoffen für einen gesunden Zuckerstoffwechsel sorgen und das allgemeine Wohlbefinden von Diabetikern verbessern, denn diese sollten besonders auf die ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen achten.

Die regelmäßige Einnahme der Balsambirne als Nahrungsergänzung in Form von Tee oder Tabletten führte in verschiedenen Studien bei über 80 % der Betroffenen zu einer Reduktion des Blutglucosewertes, wodurch die Einnahme von Antidiabetika ggf. reduziert werden kann. Die Einnahme darf nur unter Kontrolle und niemals ohne Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Quellenverzeichnis:

Tongia A et al.: Phytochemical determination and extraction of Momordica charantia fruit and its hypoglycemic potentiation of oral hypoglycemic drugs in diabetes mellitus (NIDDM). Indian J Physiol Pharmacol (2004) 48(2): 241-4

Grover JK et al.: Medicinal plants of India with anti-diabetic potential. J Ethnopharmacol (2002) 81(1): 81-100

Sheng Q et al.: Isolation of plant insulin from Momordica charantia seeds by gel filtration and RP-HPLC. Zhong Yao Cai (2004) 27(6): 414-6

Grover JK, Yadav SP: Pharmacological actions and potential uses of Momordica charantia: a review. J Ethnopharmacol (2004) 93(1): 123-32

Quelle: Marion Leichtl

Foto: © sommai – Fotolia.com

RWG Redaktion

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