Wie man Nagelpilz wirksam bekämpft

Eine Frau streckt ihre Füße entspannt aus dem Autofenster

Schicke Sandalen in der Stadt oder barfuß am Strand: brüchige und erkrankte Nägel verderben den Eindruck. Studien zeigen, welche Therapie jetzt wirklich hilft.

Schützen Sie Ihre Füße!

Rund 180.000 Kilometer legt jeder Mensch im Laufe des Lebens zu Fuß zurück. Eine Strapaze für Sohlen, Zehen und für die Nägel. Denn bei solcher Belastung entstehen rasch kleine Verletzungen, die Erregern wie Pilzen und Bakterien das Eindringen erleichtern. Kommt es zur Nagelpilzinfektion, nimmt der Nagel eine gelblich-braune Färbung an. Er wird brüchig bis krümelig.

Oft sind Sauna- und Schwimmbadgänger, Sportler, Diabetiker und Menschen über 60 betroffen, gefährdet ist aber jeder. Tragen Sie zum Schutz am Pool Badeschuhe und bevorzugen Sie Schuhe und Strümpfe aus natürlichen Materialien.

Mit dem richtigen Lack behandeln

Zeigen sich erste Hinweise auf Onychomykose (Onycho = Nagel, Mykose = Pilzinfektion), gilt es, schnell zu handeln: Einmal infiziert, wird man den Pilz ohne Therapie nicht mehr los. Da er ansteckend ist, kann er weitere eigene Nägel befallen sowie die von anderen Menschen.

Die Behandlung ist langwierig: Bis der Pilz mit Sporen beseitigt ist, vergeht bis zu ein Jahr. Umso wichtiger ist die richtige Therapie. Hier hat sich in Studien wasserlöslicher Nagellack mit dem Wirkstoff Ciclopirox bewährt.

Den Lack einfach vor dem Schlafengehen auftragen. Er zieht über Nacht tief in den Nagel ein und kann morgens einfach abgewaschen werden. So bekämpft er effektiv den Pilz – ohne Anschleifen der Nagelplatte. Weitere Informationen über die Therapie & Vorbeugung bei Nagelpilz: Lifeline/Nagelpilz erkennen

Neue Forschung und moderne Technik

Bei wasserfestem Nagellack müssen Sie Ihren Nagel zur Behandlung erst anschleifen. Später sollten Sie ihn mit Nagellack-Entferner beseitigen, was den Nagel zusätzlich schädigt. Den wasserlöslichen Anti-Pilz-Lack sollte man dagegen täglich abends vor dem Schlafengehen aufpinseln.

Sein Wirkstoff dringt dank spezieller Technologie direkt ohne Anschleifen tief in den Nagel ein, dorthin, wo sich die Pilze eingenistet haben. Zudem bleibt den betroffenen Nägeln der aggressive Nagellack-Entferner erspart. Lackreste, die nicht in den Nagel eingezogen sind, können Sie morgens einfach mit Wasser abwaschen.

Wirkstoffe im Vergleich

Eine aktuelle klinische Studie hat die Effektivität der zwei meistverwendeten Anti-Pilz-Wirkstoffe getestet. Die Forscher teilten dafür die Probanden in zwei Gruppen auf: Gruppe 1 erhielt zur Behandlung von Nagelpilz den Wirkstoff Ciclopirox im wasserlöslichen Lack (Prüfpräparat Ciclopoli, Apotheke).

Gruppe 2 wurde mit einem wasserfesten Lack, der einen anderen Wirkstoff enthielt, therapiert. Das Ergebnis nach 48 Wochen: Unter Verwendung des wasserlöslichen Ciclopirox-Lacks konnten im Vergleich zum wasserfesten Lack dreimal mehr Nägel geheilt werden.

Das Wirksystem ist effektiv: Der wasserlösliche medizinische Nagellack basiert auf dem Naturstoff Chitosan, der an das Nagelkeratin bindet. Der Transport des Wirkstoffs und die Freisetzung in den Nagel erfahren so eine Beschleunigung.

Test: Leiden Sie unter Nagelpilz?

  • Sind Ihre Finger- oder Fußnägel gelblich und/oder bräunlich verfärbt?
  • Ist eine Nagelplatte verdickt oder hat sich das freie Nagelende angehoben?
  • Besitzen Ihre Nägel eine krümelige Struktur, sodass öfter Teile abbrechen?
  • Haben Sie Fußpilz bzw. leiden Sie unter anderen Pilzerkrankungen der Haut?
  • Schwitzen Sie stark, tragen Sie enge Schuhe oder treiben Sie viel Sport?
  • Leiden Sie unter feuchtkalten Füßen oder Durchblutungsstörungen?

Auflösung: Schon bei einer mit „ja“ beantworteten Frage ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Sie mit Nagelpilz infiziert sind. Am besten vereinbaren Sie einen Termin beim Hautarzt. Er kann prüfen, ob Ihre Nägel von Dermatophyten (Fadenpilze, die häufigsten Nagelpilz-Erreger) befallen sind. Alternativ können Sie sich in Ihrer Apotheke beraten lassen und dort medizinischen Lack erwerben.

Quelle: TV für Mich, Nr. 11.

Foto: © kosmos111 – fotolia.com

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