Osteoporose – Das hilft gegen Knochenschwund

Bekämpfen Sie den inneren Schweinehund und machen Sie Sport!

Osteoporose macht Millionen Menschen zu schaffen. Um die Knochen zu stabilisieren, kommt es auf die richtige Behandlung an: mit den richtigen Medikamenten, mit viel Bewegung und gesunder Ernährung.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört Osteoporose zu den zehn häufigsten Krankheiten der Welt. In Deutschland macht der Knochenschwund etwa acht Millionen Menschen zu schaffen, mehr als 80 Prozent der Patienten sind Frauen nach den Wechseljahren.

Die Übeltäter: Osteoklasten

14541-1-1Bei Osteoporose werden die Knochen porös, weil mehr Knochenmasse ab- als aufgebaut wird. In jungen Jahren befinden sich Auf- und Abbauprozesse oftmals im Gleichgewicht. Wird der Mensch älter, verlangsamt sich jedoch der Knochenaufbau und der Knochenabbau bekommt ein leichtes Übergewicht.

Zu Osteoporose kommt es aber erst, wenn die Aktivität der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) übermäßig zunimmt. Dies kann beispielsweise durch hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren oder durch chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus passieren. Bekannt ist ebenso, dass Faktoren wie Rauchen, einseitige Ernährung und Bewegungsmangel das Osteoporose-Risiko erhöhen können.

Für Betroffene kann die Erkrankung dramatische Folgen haben: Die Knochen verlieren zunehmend an Stabilität. Sie sind dann so porös, dass sie aus kleinstem Anlass in sich zusammenbrechen können. In manchen Fällen reicht dazu nur eine falsche Bewegung. Oftmals kommt es in den Wirbelkörpern, am Schenkelhals, an den Hüftknochen, sowie an Unter- und Oberarmen zu den gefürchteten Brüchen.

Die Knochendichte messen

Um das Voranschreiten der Osteoporose zu verhindern und das Skelett zu stärken, ist es wichtig, dass die Krankheit früh erkannt und dann gezielt behandelt wird. Bei Verdacht auf Osteoporose wird der Arzt zu einer Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) raten.

Bei dieser für den Patienten schmerzfreien Untersuchung kann der Mediziner feststellen, wie es um die Beschaffenheit der Knochen bestellt ist. Bewährt hat sich das so genannte DXA-Verfahren. Diese ist eine sehr präzise Röntgenuntersuchung, die Veränderungen an der Lendenwirbelsäule und am Oberschenkelhals aufdeckt.

Steht die Diagnose fest, muss man die chronische Erkrankung umgehend behandeln. In aller Regel wird der Knochenabbau mit einer Kombination von Arzneimitteln, einem individuellen Bewegungsprogramm und einer ausgewogenen, calciumreichen Ernährung behandelt.

1. Therapiesäule: Arzneimittel

Als bewährte Arzneimittel im Kampf gegen Osteoporose gelten die Bisphosphonate. Sie hemmen die Aktivität der knochenabbauenden Osteoklasten, so dass die Knochendichte wieder zunimmt. Voraussetzung für den Therapieerfolg: Die vom Arzt verordneten Tabletten sollten Sie regelmäßig und richtig einnehmen.

Und das ist nicht immer der Fall, wie eine aktuelle „Best years of your life“-Umfrage unter Osteoporose-Patientinnen bestätigt: Viele Frauen fühlen sich durch die komplexen Einnahmeregeln sehr beeinträchtigt. Sie vergessen deswegen ihre Medikamente oder brechen die Behandlung ab – mit fatalen Folgen für ihre Gesundheit.

Für Patienten, denen es schwer fällt, täglich an ihre Osteoporose-Medizin zu denken, gibt es mittlerweile Bisphosphonate. Diese müssen Sie nur einmal monatlich einnehmen oder bekommen sie quartalsweise verabreicht. Jüngstes Kind der Osteoporose-Therapie ist der Wirkstoff Zoledronsäure: Mit nur einer Infusion im Jahr bietet er wirksamen Knochenschutz.

Neben den Bisphosphonaten kommen zur Osteoporose-Behandlung der östrogenregulierende Wirkstoff Raloxifen und unter bestimmten Umständen ebenso Östrogene zum Einsatz. Die medikamentöse Therapie erfährt durch ausreichend hoch dosierte Calcium- und Vitamin D-Präparate eine gute Ergänzung.

2. Therapiesäule: Bewegung

Fest steht: An einem individuellen Bewegungsprogramm und sportlichen Aktivitäten führt bei Osteoporose kein Weg vorbei. Der Grund: Regelmäßige Bewegung fördert die Gesundheit und Stabilität der Knochen. Ärzte empfehlen Patienten oftmals eine Kombination aus leichtem Ausdauertraining und gezielten Kraftübungen. Ersteres verbessert den Allgemeinzustand, letzteres kräftigt die Muskulatur.

Hinzu kommen spezielle Koordinationsübungen, die das Körpergefühl schulen sollen. Patienten, die entsprechende Übungen beherrschen, bewegen sich im Alltag sicherer. So verringert sich das Sturzrisiko und damit die Gefahr, sich einen Knochenbruch zuzuziehen.

3. Therapiesäule: Ernährung

Auf jeden Fall profitieren Osteoporose-Patienten von einer vollwertigen, ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung. Diese besteht aus viel frischem Obst und Gemüse, Milch und Milchprodukten wie Käse, Jogurt und Quark sowie regelmäßigen Fischmahlzeiten. Dabei kommt es vor allem darauf an, den Körper gut mit Calcium und Vitamin D zu versorgen.

Ernährungsexperten empfehlen Osteoporose-Patienten, täglich 1.200 bis 1.500 Milligramm Calcium aufzunehmen. Der Mineralstoff steckt in Milch und Milchprodukten, in calciumreichen Mineralwässern und in bestimmten Gemüsesorten wie Brokkoli und Grünkohl.

Calcium plus Vitamin D

Damit der Körper das für die Knochen so wichtige Calcium gut aus Lebensmitteln aufnehmen kann, ist er ebenso auf eine gute Versorgung mit Vitamin D angewiesen. Dieses fettlösliche Vitamin kann sich unter dem Einfluss von Sonnenlicht in der Haut bilden.

Lebensmittel wie Fettfische, mit Vitamin D angereicherte Margarine und Eigelb tragen ebenso zur Versorgung bei. Um den täglichen Bedarf sicher zu decken, sind Osteoporose-Patienten oftmals auf die Einnahme hochwertiger Calcium- und Vitamin D-Präparate aus der Apotheke angewiesen.

Osteoporose-Risiko senken

Die meisten Menschen machen sich in jungen Jahren keine Gedanken über ihre Knochen. Das sollten sie aber: Eine gesunde Lebensweise kann das Osteoporose-Risiko im Alter deutlich senken. Beugen Sie dem Knochenschwund vor:

Schon in jungen Jahren regelmäßig Sport treiben. Jede Form von Bewegung regt den Knochenstoffwechsel an. Rund 30 Minuten Ausdauersport am Tag reichen oft aus, um die Knochengesundheit langfristig zu fördern. Wie finden Sie Nordic-Walking, Wandern, Krafttraining, Radfahren, Aerobic, Tennis oder Basketball?

Bringen Sie viel Bewegung in den Alltag: Dazu gehören Treppen steigen oder Einkäufe zu Fuß oder mit dem Rad zu erledigen. Stehen Sie im Büro immer wieder auf und wechseln Sie die Sitzposition. Gut fürs Skelett sind darüber hinaus regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft. Die sorgen nicht nur für Bewegung, sondern kurbeln auch die körpereigene Vitamin D-Produktion an.

Gehen Sie mit „Calciumräubern“ wie Koffein und Alkohol maßvoll um. Nichts spricht gegen den Kaffee am Morgen oder das Bierchen nach Feierabend, jedoch gilt: Wer es mit dem Genuss übertreibt, kann seine Knochen schwächen.

Quelle: Ratgeber aus Ihrer Apotheke

Foto oben: © drubig-photo – Fotolia.com

Foto Artikel: Novartis/GlaxoSmithKline

RWG Redaktion

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