Osteoporose – Gesund bis in die Knochen

Eine vitale Seniorin macht Dehnübungen

Mit dem Alter tritt so manche Krankheit häufiger auf. Für Bewegung und Gesundheit bis ins hohe Alter ist es wichtig, Bescheid zu wissen.

Was bedeutet Osteoporose?

Der Volksmund nennt die Osteoporose gern „Witwenbuckel“. „Witwe“, weil die Krankheit vor allem bei älteren Frauen und nach den Wechseljahren auftritt. Und „Buckel“, weil durch Knochenbrüche in den Wirbelkörpern das Rückgrat verkrümmt.

Viel unterschätzen das Krankheitsbild der Osteoporose. Dabei sind die statistischen Dimensionen alarmierend. Frauen über 60 Jahren sind bis zu 30 Prozent betroffen, Männer liegen bei 8 Prozent. Damit kommt der Osteoporose der Rang einer Volkskrankheit zu.

Knochen werden instabil

Wenn sich die Knochendichte verringert, verlieren sie an Festigkeit. Dadurch können sie ohne äußere Gewalteinwirkung brechen, etwa im Bereich der Brustwirbelsäule. Beachtlich: Mit etwa 70 Jahren hat der Mensch rund zwei Drittel seiner Knochenmasse verloren. Frauen leiden besonders unter diesem Schwund und damit vom Stabilitätsverlust ihres Stütz- und Bewegungsapparates.

Durch die Umstellung ihres Hormonhaushalts verlieren sie einen natürlichen Schutzfaktor. Männer sind nicht gefeit. Genussgifte wie Alkohol und Nikotin machen Knochen instabil. Manche Betroffene bemerken einen Wirbelkörperbruch nicht, bei anderen ruft das heftige Schmerzen hervor. In der Folge kann sich die Wirbelsäule verkrümmen, die Körpergröße kann abnehmen.

Gefährlich wird es, wenn Patienten mit verminderter Knochenfestigkeit stürzen. Dabei brechen bei ihnen oft die langen Röhrenknochen an Armen und Beinen. Gefürchtet ist der Oberschenkelhalsbruch. Ärzte empfehlen deshalb für Risikopatienten eine Knochendichtemessung, die so genannte DXA-Messung. Das ist eine spezielle Röntgenuntersuchung von Lendenwirbel und Oberschenkelhals. Die Krankenkassen bezahlen leider nur, wenn es zu einem Bruch gekommen ist.

Kalzium und Vitamin D zusammen einnehmen

Früher empfiehlen Ärzte Kalziumtabletten zur Vorsorge von Osteoporose. Das hat sich geändert: Kalzium und Vitamin D zusammen einzunehmen. Große Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von Kalzium alleine für die Knochenfestigkeit nichts bringt und das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erhöhen kann.

Bei der Kombination von Kalzium und Vitamin D dagegen besteht dieses Risiko nicht. Ungefährlich und nützlich ist es, kalziumhaltige Lebensmittel oder Getränke (Mineralwasser) zu sich zu nehmen. Viel Kalzium enthalten vor allem Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Käse. So enthält ein Glas Milch (200 Milliliter) 236 Milligramm Kalzium, zwei Scheiben Emmentaler liefern über 600 Milligramm des Mineralstoffes. Kalziumreich sind Gemüsesorten wie Grünkohl und Brokkoli.

Wenn die Osteoporose besteht: Experten haben eine Behandlung statt der täglichen Einnahme von Tabletten entwickelt: Ärzte geben eine intravenöse Injektion eines Bisphosphonats. Das verhindert den weiteren Knochenschwund und das Risiko für weitere Knochenfrakturen nimmt erheblich ab. Damit gehören Einnahmefehler der Vergangenheit an. Ein großer Fortschritt der Medizin! Wichtig für starke und gesunde Knochen: Bewegen Sie sich ausreichend.

Das regt den Knochenaufbau an.

Sinnvoll ist alles, was Spaß macht – etwa Tanzen, Spaziergänge und Gartenarbeit. Treten Sie ins Fahrradpedal ober besuchen Sie ein Schwimmbad. Am Besten reagiert der Knochen auf abwechslungsreiche, rasche und ausgeprägte Belastungen. Durch Treppensteigen erhöht sich die Knochendichte. Beanspruchen Sie Muskeln, Sehnen und Bänder stark, um die Kräfte an die Knochen weiterzugeben.

Der Knochen lebt! Im Gegensatz zur allgemeinen Vorstellung stellen Knochen keine tote Substanz, sondern lebendige Strukturen dar. Während unseres ganzen Lebens werden sie um- und abgebaut, repariert und erneuert. Und das Wichtige: Damit die Knochen stabil bleiben, brauchen sie Bewegung. Erst durch Zug und Druck bilden die Zellen neue Strukturen. Darum beugen Sie Osteoporose mit Sport vor – es ist nie zu spät, damit anzufangen.

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RWG Redaktion

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