Was ist Yoga? Teil V: Kundalini Yoga

Ein Mann führt Yoga-Übungen aus

Kundalini – hinter diesem magischen Zauberwort verbirgt sich die geistige Kraft, die in jedem Menschen ruht. In der Serie Wellness-Techniken der Neuzeit stellt der Ratgeber für Wellness und Gesundheit u.a. die verschiedenen Arten von Yoga vor. Kundalini Yoga birgt in sich jedoch lebensbedrohende Gefahren. Das musste der Regierungsbeamte Gopi Krishna erfahren.

Gopi Krishna und das Kundalini

Der indische Regierungsbeamte Gopi Krishna (1903-1984) führte ein normales Leben wie viele Berufstätige in Indien. Er war verheiratet und Vater von drei Kindern. In seinen freien Stunden meditierte er. Eines Morgens saß er wie gewöhnlich mit gekreuzten Beinen und meditierte. Seine Aufmerksamkeit war fest auf eine imaginäre Lotusblüte gerichtet, die in hellem Licht erstrahlte.

Er fühlte einen Strom flüssigen Lichts durch Gehirn und Wirbelsäule einfließen. „Ich fühlte wie der Punkt meines Bewusstseins immer grösser und weiter wurde und von Wellen des Lichts umgeben war. Immer weiter breitete es sich nach außen hin aus… Ich war jetzt reines Bewusstsein, ohne Körperlichkeit, in ein Meer von Licht getaucht…“

Die göttliche Kraft im Menschen

Was war geschehen? In Gopi Krishna erwachten Kräfte, die in der Theorie des Yoga als Kundalini bekannt sind. Kundalini gilt in der Tradition des Yoga als eine göttliche Kraft, die dem Menschen innewohnt.

Die für den Yoga relevanten Hauptaspekte des Menschen: das Bewusstsein, das mythologisch-philosophisch Shiva als höchster Bewusstseinsaspekt des Menschen und die Lebenskraft, genannt Shakti. Die aktivste Erscheinung des Shakti: Das Kundalini, das als solches unter anderem als Kundalini-Shakti bekannt ist.

Von Kundalini und dessen Kraft wusste Gopi Krishna nichts. Er war sich der Gefahren nicht bewusst, die diese Kraft in ihm anrichten konnte. Es gibt wenig Literatur zu diesem Thema, über die er sich informieren konnte. Er stellte fest, dass sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechterte. Keiner der Ärzte war in der Lage, ihm zu helfen.

Kundalini-Yoga kann gefährlich sein

In mehreren autobiographischen Schriften hat Gopi Krishna seine lebensbedrohlichen Erfahrungen sehr detailliert niedergeschrieben. Der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker hat sich in seinem Buch „Die biologische Basis der religiösen Erfahrung“ mit Gopi Krishna beschäftigt. Aufgrund seiner Erfahrungen lehnte es Gopi Krishna ab, Kundalini Yoga zu lehren.

Die Theorie des Yoga besagt, dass es in unserem Körper sogenannte Energie-Zentren gibt. Ungefähr so, wie sie die Akupunktur kennt. Die Inder bezeichnen diese Energiekanäle als Nadis. Sie können ebenso als Pendant zu den chinesischen Meridianen gesehen werden.

Die lebensbedrohenden Störungen bei Gopi Krishna traten auf, weil er zum Zeitpunkt des Erweckens der Kundalini trotz Meditation nicht ausgeglichen war. Die auftretenden Störungen sind dieser Ursache zuzuschreiben. Es gibt heutzutage eine Vielzahl von Kundalini Yoga Angeboten. Jeder überlegt es sich jedoch am besten genau, ob er sich zu den vielen Lehrern mit Halbwissen dieser Richtung hinwendet.

Foto: © Tarik GOK – Fotolia.com

RWG Redaktion

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