Heilpflanzen: Erste Hilfe bei Hitzebeschwerden

Frisch geschnittenes Zinnkraut und Tee

An warmen Sommertagen wollen Sie eigentlich Ihr Leben genießen – und kämpfen stattdessen mit Hitzebeschwerden. Heilpflanzen bekämpfen Erkrankungen und Entzündungen sanft und natürlich.

Kreislaufbeschwerden und Schwindel

Hitze kann Kreislaufprobleme und Schwindelgefühle verursachen. Erste Hilfe: Hinlegen, Füße hoch legen und Wasser in kleinen Schlucken trinken. Hände und Stirn mit feuchtem Tuch kühlen. Vorbeugend über den Tag verteilt ausreichend Wasser trinken (etwa 2,5 Liter täglich). Kneipp‘sche Güsse stärken den Kreislauf zuverlässig – wie das kalte Armbad: „Die Tasse Kaffee der Naturheilkunde“.

Tauchen Sie nacheinander beide Arme bis zur Mitte des Oberarmes in ein Waschbecken oder einen Bottich mit kaltem Wasser ein. Beginnen Sie rechts. Die Arme bis zu 30 Sekunden kreisen. Danach nicht abtrocknen, aber für Wiedererwärmung sorgen.

Heilpflanzen bei Herpes

Es beginnt mit Kribbeln an der Lippe. Dann bilden sich Bläschen. Diagnose: Lippenherpes (Herpes labialis). Die wiederkehrende Virus-Infektion tritt vorzugsweise nach erhöhter UV-Bestrahlung und infolge von Stress auf. Erste Hilfe: Bei den ersten Anzeichen mit einer speziellen Creme oder einem Herpespflaster behandeln. Meiden Sie vorbeugend direkten Sonnenkontakt. Stress abbauen und sich viel Ruhe gönnen mindert das Risiko für Herpes ebenso.

Tipp: Fußschweiß beseitigen. Ein altes Hausmittel bewährt sich in vielen Fällen, um unangenehmen Fußgeruch durch übermäßiges Schwitzen zu beheben: Morgens und abends ein Fußbad mit der Heilpflanze Eichenrinde (Apotheke) durchführen. Kochen Sie 500 Gramm Eichrinde in fünf Litern Wasser 15 bis 20 Minuten und lassen sie es nach dem Abgießen auskühlen. Darüber hinaus können Sie das Pflegemittel mit Eichenrindenzusatz nutzen.

Hilfe, wenn es brennt!

Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen? Eine Harnwegsinfektion (Cystitis)! Oftmals ist Verkühlung die Ursache. Das kommt zum Beispiel zustande, wenn Sie nach dem Schwimmen den nassen Badeanzug auf der Haut behalten. Es ist trügerisch: Sonne und Luft sind warm, und die Abkühlung durch Wasser tut so wohl.

Doch Menschen mit einer Neigung zu Harnwegsinfekten kennen die Gefahr: Ist der feuchte Badezeug nach dem Aufenthalt im Wasser zu lange am Körper, brennt es Stunden später beim Wasserlassen – eine Blasenentzündung! Frauen betrifft das Leiden wesentlich häufiger als Männer. Was Sie selbst tun können: ausreichend trinken.

Viel Tee trinken

Bei einer akuten Blasenentzündung hilft es, 1/4 Liter stilles Wasser in einem Zug zu trinken und dann ständig mindestens ein Glas Wasser pro Stunde im Anschluss zu trinken, um die Bakterien auszuschwemmen. Warmhalten wirkt ebenso lindernd: Heizkissen oder Wärmflasche tun gut. Etwa vier Tassen Tee mit Heilpflanzen am Tag trinken, um die Blase durchzuspülen.

Fertige Tee-Zubereitungen mit Heilpflanzen gibt es in der Apotheke. Sie enthalten etwa Goldrute, Schachtelhalm, Hauhechel, Birkenblätter oder Queckenwurzel. Beugen Sie vor: Eine natürliche und zugleich wirksame Vorbeugung von Blaseninfekten gelingt mit Cranberrys, auch amerikanische Preiselbeere genannt. In ihnen stecken natürliche antibakterielle Stoffe, die die Bakterien wie in einen Mantel einhüllen und diese mit dem Harn wieder ausschwemmen (rezeptfrei in der Apotheke).

So macht sich eine Blasenentzündung bemerkbar: Schmerzen beim Wasserlassen, Druckbeschwerden im Blasenbereich und im Unterleib. Bei einer heftigen Entzündung können die Schmerzen bis in die Lenden und Oberschenkel ausstrahlen.

Der Harn riecht oftmals unangenehm und sieht trübe aus. Er kann ebenso Blut enthalten. Dazu kommt quälender Harndrang, wobei sich die Blase oft nur tröpfchenweise entleert. Apotheker-Tipp: Zur Behandlung einer akuten Blasenentzündung haben sich verschiedene Zubereitungen aus Heilpflanzen bewährt.

Wann zum Arzt?

  • Wenn die Blasenentzündung trotz ausgiebigem Trinken und Warmhalten nach drei Tagen nicht zurückgeht.
  • Wenn plötzliche Rückenschmerzen, Fieber, Schüttelfrost oder ein starkes allgemeines Krankheitsgefühl dazukommen (Verdacht auf Nierenbeckenentzündung).
  • Wenn eine Stoffwechselkrankheit wie Diabetes mellitus oder Gicht vorliegt.
  • Wenn Sie Blut im Urin haben.

Foto: © goldbany – Fotolia.com

RWG Redaktion

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