Die 7 größten Abnehm-Irrtümer

Ein bisschen Schokolade macht nicht gleich fett.

Wie werde ich überflüssige Kilos los? Zahllose Abnehmtipps und -tricks versprechen den schnellen Erfolg. Vieles davon ist Humbug. Wie die folgenden sieben beliebten »Weisheiten« für das Abnehmen.

Genießen macht dick

Im Gegenteil: Wer sich drei Mal am Tag Zeit für seine Mahlzeit nimmt, kann der Versuchung besser widerstehen. Das unregelmäßige Futtern macht tatsächlich dick, wie britische Ernährungsmediziner herausgefunden haben.

Bei dieser Art des flüchtigen Essens während des Fernsehens oder Arbeitens sind wir abgelenkt. Kopf und Körper registrieren das Essen nicht richtig. Wir verlieren dann den Überblick über die verzehrte Menge. Wir essen viel mehr, als der Körper gerade braucht. So nehmen wir nicht ab.

Große Portionen machen dick

Nicht, wenn das Richtige auf dem Teller liegt. So haben zum Beispiel ein Riegel Schokolade und eine große Portion Salat mit einem leichten Dressing die gleiche Zahl von Kalorien. Der Salat macht im Gegensatz zum Schokoriegel nicht nur für eine halbe Stunde satt, sondern deutlich länger. Das heißt, große Portionen von kalorienarmen Lebensmitteln eignen sich zum Sattessen und sie machen nicht dick. Sie helfen vielmehr beim Abnehmen.

Wer abnehmen will, darf keine Süßigkeiten mehr essen

Nur wenige Menschen halten beim Abnehmen eine derart rigide Regel lange durch. Besser: die so genannte flexible Kontrolle. Dazu gehört Disziplin, aber Süßigkeiten sind in geringerer Menge erlaubt. Ein Mensch, der bisher täglich eine Tafel Schokolade gegessen hat, nimmt sich vor, pro Woche nur noch drei Tafeln Schokolade zu essen. Diese teilt er jeden Tag so ein, wie er es möchte.

Das heißt: Von seinen drei Tafeln kann er zum Beispiel an einem Tag drei Riegel verspeisen, am nächsten nichts. Hauptsache, er isst nicht mehr als insgesamt drei Tafeln. Damit hat er gegenüber seinem alten Essverhalten vier Tafeln pro Woche und damit mehr als 2 000 Kalorien eingespart. So kommt das Abnehmen von alleine.

Je weniger ich esse, desto mehr nehme ich ab

Zumindest nicht auf Dauer. Am Anfang purzeln zwar die Pfunde, wenn wir so gut wie nichts essen, aber dann stellt sich der Körper auf die geringe Energiezufuhr ein. Er schaltet auf Sparflamme. Die Folge: Wer dann beginnt, normal zu essen, nimmt nicht nur alles wieder zu. Er nimmt mehr zu – der bekannte Jo-Jo-Effekt. Viele Betroffene starten so eine Diätenkarriere, die immer weiter ins Übergewicht führt.

Abnehmen klappt nur, wenn ich Sport treibe

Jein. Es wäre ideal, täglich weniger Kalorien aufzunehmen und sich deutlich mehr zu bewegen. Vielen Menschen fehlt die Zeit fürs tägliche Fitnessprogramm. Und dennoch können wir abnehmen: Für ein Mehr an Bewegung braucht es kein ausgeklügeltes Sportprogramm.

Vielmehr zählt jede Art körperlicher Aktivität. Stehen Sie beim Zähneputzen nicht ruhig, sondern wippen Sie  immer von den Ballen auf die Zehenspitzen und zurück. Parken Sie das Auto nicht direkt vor dem Büro, sondern einen Kilometer weit entfernt. Gehen Sie zu Fuß oder nehmen Sie statt dem Aufzug lieber die Treppe. Sie bewegen sich ebenfalls erheblich mehr – nebenbei.

Es gibt kleine Geräte, die diese Alltagsbewegungen messen. Sie werden am Gürtel oder in der Hosentasche getragen und geben jederzeit Auskunft, wie viel Energie Sie über den Tag verbraucht haben. Sie sehen sich beim Abnehmen zu. Zu kaufen in Apotheken.

Abführmittel helfen beim Abnehmen

Die These, Abführmittel würden die Darmpassage der Nahrung beschleunigen ist falsch. Warum? Weil Abführmittel erst im Enddarm wirken. Bis die Nahrung diesen erreicht hat, sind alle Nährstoffe in der Blutbahn gelandet. Das heißt, beim Abnehmen helfen Abführmittel nicht.

Die gesunde Alternative: Ballaststoffe essen. Die haben gleich zwei Vorteile. Sie füllen Magen und Darm über einen langen Zeitraum und geben dem Gehirn damit das Signal „satt“. So essen wir weniger und das Abnehmen beginnt. Sie regen die Bewegung des Darms an, weshalb eine Verstopfung keine Chance hat.

Ballaststoffe stecken in Gemüse (vor allem Kohl und Hülsenfrüchte) und Obst. Lein- oder Flohsamen eignen sich. Wichtig dabei: mindestens zwei Liter pro Tag trinken. So quellen die in den Samen enthaltenen Stoffe und verklumpen nicht .

Spätes Abendessen macht dick

Zwar kann ein voller Bauch beim Einschlafen stören, aber die Uhrzeit des Nachtmahls spielt keine Rolle für das Abnehmen. Am Ende eines Tages zählt nur die Gesamtbilanz: Habe ich heute mehr gegessen, als ich brauche? Wer gerne spät zu Abend isst, wie wir es aus vielen südeuropäischen Ländern kennen, muss in Abnehmzeiten nicht darauf verzichten. Wenn er die Kalorienmenge über den Tag insgesamt reduziert, kann er bei seinem alten Muster bleiben. Es schmälert den Abnehmerfolg nicht.

Foto: © Kalim – Fotolia.com

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