Die Wahrheit über Cholesterin

Eine Frau isst zwei Burger

„Ein erhöhter Cholesterinspiegel lässt uns frühzeitig an Arteriosklerose erkranken“, sagen die einen. „Hohe Cholesterinwerte spielen bei Herz- und Kreislauferkrankungen nur eine untergeordnete Rolle“, behaupten die anderen. Was ist richtig?

Cholesterin ist lebensnotwendig

Tatsache: Unser Körper braucht Cholesterin zum Leben. Das Wort Cholesterin kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Gallenfett“. Diese Substanz wird in der Leber produziert. Cholesterin findet sich in allen Zellen des menschlichen Körpers und übernimmt dort wichtige Aufgaben. Es bildet den Ausgangsstoff für bestimmte Hormone und Vitamine. Der lebenswichtige Baustein unserer Zellen ist für die reibungslose Funktion unserer Nerven von Bedeutung.

Wer zu wenig hat, ist gefährdet: Die Produktion der Sexualhormone stoppt. Die Haut altert vorschnell. Die Knochen werden spröde und die Nerven empfindlich. Das Gedächtnis lässt nach. Sie sehen: Ganz ohne Cholesterin laufen die Funktionen in unserem Körper nicht. Könnten wir doch jede Menge Fette in uns hineinfuttern, damit die Körperfabrik auf Hochtouren läuft?

Das stabile Gleichgewicht im Körper ist wichtig

Solch gedankenloses Handeln wäre ein gefährlicher Trugschluss. Nach heutigem Wissensstand der Medizin steht weniger ein Zuviel oder Zuwenig von Cholesterin für die Gesundheit zur Debatte. Eine entscheidende Rolle spielt das Gleichgewicht zwischen zwei Fett-Eiweiß-Verbindungen: dem HDL und LDL, die im Blut den Cholesterinwert regeln. Das „nützliche“ HDL entfernt überschüssiges, gefährliches Cholesterin aus dem Blut und baut es ab.

Dagegen schleust das „schädliche“ LDL das Cholesterin ins Blut. Es lagert sich dann in den Gefäßen ab und verstopft sie. Wenn sich dieses Gleichgewicht in Richtung schädliches LDL verschiebt, kann eine Arteriosklerose entstehen. Sie sehen, wie vielschichtig der Körper mit aufgenommenen Fetten umgeht und wie kompliziert unsere Stoffwechselvorgänge ablaufen.

Stimmen Ihre Cholesterinwerte?

Wenn der Arzt unsere Cholesterinwerte auswertet – und dafür genügt ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe – dann ist bei der normalen Messung das Gesamtcholesterin das Ergebnis. Dieser Wert setzt sich aus dem „guten“ HDL und dem „schädlichen“ LDL zusammen.

Ergibt die Messung einen erhöhten Gesamt-Cholesteringehalt, dann lassen Sie auf jeden Fall ebenso die Menge des HDL, des guten Cholesterins, separat bestimmen. Der Arzt wird bei Ihnen den so genannten „Cholesterinquotienten“ ermitteln und kann dann Auskunft über ein eventuelles Risiko geben.

Diese Werte sollten Sie sich merken:

  • Cholesterinquotient: Je höher der Cholesterinquotient über 5 liegt, desto größer wird die Gefahr, und eine spezielle Behandlung sollte beginnen.
  • Blutfette: Gesamtcholesterinwerte unter 200 Milligramm pro Deziliter sind nicht behandlungsbedürftig. Ideal: Werte zwischen 150 und 180 mg/dl.
  • LDL-Cholesterin: unter 130 mg/dl.
  • HDL-Cholesterin: je höher, desto besser, bei Frauen auf jeden Fall über 45 mg/dl, bei Männern über 35 mg/dl.
  • Triglyzeride: Werte von 85 bis 250 mg/dl. sind nicht behandlungsbedürftig.

Wie die Natur das Risiko senkt…

Forscher haben herausgefunden, dass sich die Naturmittel Knoblauch und Lecithin günstig auf die Senkung des Cholesterins auswirken. Knoblauchpräparate mit einem ausreichenden Gehalt seines Wirkstoffes Alliin sind den chemischen Cholesterinsenkern unter Umständen ebenbürtig. Dabei wurden unerwünschte Nebenwirkungen nicht beobachtet, aber ein weiterer günstiger Effekt: Knoblauch verbessert die Strömung des Blutes und kann so der Bildung von Blutgerinnseln entgegenwirken.

Der Naturstoff Lecithin hat einen günstigen Einfluss auf erhöhte Cholesterinwerte. Er verringert die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung. Für eine Senkung der LDL-Werte hilft oft schon eine Umstellung des Lebensstils. Darüber hinaus sind eine ballaststoffreiche Mittelmeerkost, das heißt ein Mix aus Olivenöl, Fisch, viel Obst und Gemüse und ausreichend Bewegung sehr günstig.

Bei Schokolade gilt: je dunkler, desto herzfreundlicher. Schon wer geringe Mengen Bitterschokolade genießt, tut seinen Blutgefäßen Gutes. Denn bioaktive Substanzen namens Polyphenole sind in Bitterschokolade mit einem hohen Kakaogehalt enthalten. Sie wirken als Antioxidantien. Das heißt, sie schützen unsere Körperzellen vor Schäden.

Das A und O: Bewegung!

In der kalten Jahreszeit müssen Sie nicht auf Ihre Bewegung verzichten. Wenn Sie keine Lust verspüren, im feuchten Wetter draußen „rumzuturnen“, dann verlegen Sie zum Beispiel das Radfahren nach drinnen auf den Heimtrainer.

Foto: © Arman Zhenikeyev

RWG Redaktion

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