Bandscheibe – fit ohne OP

Wärmflasche gegen Bandscheibenvorfall

Bandscheiben-Vorfall – für Hunderttausende ist das gleichbedeutend mit einem Teufelskreis. Der Vorfall verursacht starke Schmerzen. Wir schonen uns, um die Schmerzen erträglich zu halten und das führt zu verkrampften Muskeln. Sie ziehen unnatürlich an den Wirbeln und pressen die Bandscheiben weiter zusammen – stärkere Schmerzen sind die Folge.

Bei einem Bandscheibenvorfall drückt ein gallertartiges Stück Bandscheibe auf die Nervenbahn. Ärzte empfehlen oft die operative Entfernung. Das ist unvermeidlich bei Lähmungserscheinungen. Aber: Die Mediziner greifen zu oft auf eine Operation zurück. Der Eingriff gibt vor allem bei chronischen Schmerzen keine Garantie für Besserung.

Zehn bewährte Tipps

  1. Bettruhe und eine heiße Wärmflasche bieten beste Soforthilfen beim akuten Schmerz (Hexenschuss). Suchen Sie Dazu eine bequeme und schmerzarme Position. Legen Sie die Beine hoch. Im Orthopädie-Fachhandel erhalten Sie einen 50 Zentimeter hohen Schaumstoff-Würfel dazu (etwa 45 Euro). Die Wärmflasche lockert die verspannte Muskulatur.
  2. Die Schmerzspritze ist der Klassiker beim Orthopäden: Dadurch entkrampft sich die verspannte Muskulatur. Gehen Sie Rechtzeitig zum Orthopäden, um so den Schmerz-Teufelskreis früh zu durchbrechen.
  3. Bewegen ist das Wichtigste. Beginnen Sie vorsichtig und steigern Sie langsam. Das entkrampft die Rückenmuskeln und stärkt sie. Dies ist der wirksamste Schutz für die Bandscheiben. Beginnen Sie mit Gymnastik im warmen Wasser (ab 30 °C). Nordic Walking trainiert die gesamte Rückenmuskulatur.
  4. Fango-Packungen beim medizinischen Bademeister oder Physiotherapeuten kurbeln Durchblutung sowie Stoffwechsel an und lindern Schmerzen. Gehen Sie als Alternative erst ins heiße Wannenbad und dann ins Bett.
  5. Massagen (medizinischer Bademeister, Physiotherapeut) lockern verhärtete Muskeln. So saugen die Bandscheiben sich wieder mit Wasser voll und wirken besser als Stoßdämpfer. Machen Sie nach der Massage weitere Bewegungsübungen.
  6. Physiotherapie (Krankengymnastik) korrigiert Fehl- und Schonhaltung. Üben Sie mit dem Therapeuten die Gymnastik ein und machen Sie zu Hause weiter. Krankengymnastik bezahlt in der Regel die Krankenkasse. Fragen Sie bei der eigenen Kasse nach.
  7. Streckbank. Ein erfahrener Therapeut (Orthopäde, Physiotherapeut) erreicht durch vorsichtiges Strecken auf einer speziellen Vorrichtung eine zusätzliche Entlastung der Bandscheibe. Klären Sie beim Arzt genau, ob das Strecken bei diesem Vorfall sinnvoll ist. Sonst verschlimmert sich die Belastung.
  8. Gezieltes Krafttraining in Fitness-Studios mit oder ohne Geräte stärkt die entscheidenden Muskelgruppen des Rückens und Rumpfs. Folgen Sie der Anleitung des Therapeuten genau! Falsch ausgeführte Übungen verstärken die Bandscheiben-Probleme. 
  9. Akupunktur ist bei Bandscheiben-Vorfällen einen Versuch wert. Die alte chinesische Heilmethode fördert das Bilden von sog. Endorphinen. Das sind körpereigene Substanzen, die den Schmerz wirksam hemmen. 
  10. Psychotherapie. Oft hängen Rückenbeschwerden und Psyche zusammen. Kummer und Sorgen lasten auf dem Rücken und verstärken das Schmerzempfinden.

Foto: © absolutimages – fotolia.com

RWG Redaktion

RWG Redaktion

© Wellness-Gesund 2004-2015 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Wellness-Gesund - Redaktion.