Heuschnupfen – Wenn Pollen zur Plage werden

Heuschnupfen ist keine Bagatelle.

Jeder dritte Bundesbürger leidet unter einer Allergie. Mit Abstand am häufigsten ist der Heuschnupfen. Um eine Verschlimmerung zu verhindern, sollte er rechtzeitig behandelt werden – mit wirksamen Mitteln aus der Apotheke.

Schnupfen ist schon schlimm genug: Die Nase läuft, der Hals kratzt, der Kopf brummt. Doch Heuschnupfen ist noch schlimmer – denn die allergische Variante klingt nicht nach ein paar Tagen ab, sondern hält wochen- oder sogar monatelang an.

Immer wieder juckt dann die Nase und oft auch die Augen, läuft der Schleim wie Wasser, jagt eine Niesattacke die andere. Die Betroffenen wachen häufig nachts auf, weil sie keine Luft bekommen, fühlen sich schlapp und elend, schmecken fast nichts mehr – und trauen sich kaum noch nach draussen, weil an der frischen Luft alles nur noch schlimmer wird.

Die unterschätzte Krankheit

12790-1Die Lebensqualität der Patienten ist also erheblich eingeschränkt. Heuschnupfen ist die häufigste Allergieform: Experten gehen davon aus, dass inzwischen jeder sechste Bundesbürger darunter leidet – und es werden immer mehr. Von vielen wird die Krankheit nach wie vor unterschätzt, und oft wird sie deshalb unzureichend behandelt.

Doch ohne rechtzeitige und wirksame Therapie droht eine allmähliche Verschlimmerung. Zahlreiche Patienten reagieren im Laufe der Zeit auf immer mehr Pollensorten und auch auf Nahrungsmittel allergisch. Ausserdem kann die entzündliche Reaktion in der Nasenschleimhaut chronisch werden, und bei bis zu 40 Prozent der Betroffenen entwickelt sich eine überempfindlichkeit der Bronchien, die schliesslich zum Asthma führt.

Nasensprays helfen

Heuschnupfen ist also alles andere als eine banale Befindlichkeitsstörung. Eine frühzeitige Therapie beugt ernsteren Folgen vor. Die Krankheitssymptome lassen sich heute wirksam bekämpfen: Als Mittel der ersten Wahl gelten antiallergische Nasensprays. Sie sind in der Regel einer Behandlung mit Tabletten zunächst vorzuziehen, da das eingesprühte Medikament seine Wirkung direkt an der Nasenschleimhaut entfalten kann – ohne vorher durch den gesamten Blutkreislauf wandern zu müssen. Das Risiko von Nebenwirkungen ist daher bei einem Nasenspray deutlich geringer.

Schon vorbeugend behandeln

Zur lokalen Therapie am Schnupfenort haben sich beispielsweise die Wirkstoffe Cromoglicinsäure und Azelastin bewährt. Cromoglicinsäure (auch unter der Bezeichnung Natriumcromoglicat bekannt) ist ein praktisch nebenwirkungsfreies Antiallergikum, das unbedenklich über lange Zeit angewendet werden kann – sogar von Säuglingen und Kleinkindern.

Die volle Wirkung entfaltet sich allerdings erst nach etwa zwei Tagen ein. Nasensprays mit Cromoglicinsäure können aber auch schon vorbeugend eingesetzt werden, also einige Tage, bevor erfahrungsgemäss die „persönliche Pollen-Saison“ beginnt.

Dann treten die Symptome von vornherein in deutlich abgeschwächter Form auf. Azelastin ist ein modernes Antihistaminikum. Es wirkt innerhalb von fünf bis zehn Minuten und hilft daher rasch bei akuten Beschwerden. Auf Grund der bis zu zwölf Stunden anhaltenden Wirkung muss Azelastin im Normalfall nur ein- bis zweimal am Tag angewendet werden. Oft genügt sogar ein einziger Sprühstoss am Morgen, um für den ganzen Tag Beschwerdefreiheit zu erreichen bzw. ein Tropfen pro Auge bei allergischen Augenbeschwerden.

Die Belastung vermindern

Medikamente bringen zwar schnell und zuverlässig Linderung. Daneben sollten Pollenallergiker aber auch alle Möglichkeiten nutzen, um die Belastung durch Blütenstaub zu verringern. Dazu eignen sich vor allem folgende Maßnahmen:

  • Achten Sie auf die Pollenflugvorhersage. Bei hohen Belastungen sollten Sie Aufenthalte im Freien so weit wie möglich vermeiden.
  • Halten Sie die Fenster nachts und bei trockenem, windigem Wetter geschlossen.
  • Waschen Sie sich vor dem Zubettgehen die Haare, damit anhaftende Pollen sich nicht auf dem Kopfkissen verteilen.
  • Ziehen Sie Ihre Kleider nicht im Schlafzimmer aus.
  • Lassen Sie einen Pollenfilter in Ihr Auto einbauen.
  • Pflanzen Sie im Garten bunte Blumen anstelle von Gräsern.
  • Halten Sie den Rasen stets kurz (aber mähen Sie nicht selbst!).
  • Falls die Beschwerden den ganzen Sommer anhalten oder sogar noch im Winter auftreten, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren.

Quelle und Foto Artikel: Ratgeber aus Ihrer Apotheke

Foto oben: © Sandor Jackal – Fotolia.com

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