Schon wieder erkältet?

Eine kleines Mädchen liegt mit Fieber im Bett

Manchen Eltern kommt es so vor, als ob ihre Kinder den ganzen Winter über erkältet sind. Die Nase der Kleinen läuft von Oktober bis März fast dauerhaft, hin und wieder unterbrochen von Episoden mit Husten oder Fieber. »Ist das noch normal?«, fragen sie sich.

Während Erwachsene im Durchschnitt etwa sechsmal im Jahr mit einem grippalen Infekt zu kämpfen haben, leiden Kinder weitaus öfter darunter. »Zwölf Infekte pro Jahr sind für Kinder völlig normal«, sagte Dr. med. Lothar Maurer, Facharzt für Kinder und Jugendmedizin aus Frankenthal, bei einer Veranstaltung vor Journalisten. Die Bandbreite der Erkrankungen reiche dabei vom leichten Schnupfen bis zur echten Grippe.

Das halbe Jahr erkältet?

Wenn ein Infekt durchschnittlich zwischen einer und zwei Wochen dauert, kämpfen die Kinder rein rechnerisch fast die Hälfte des Jahres mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Da sie sich in der kühleren Jahreshälfte üblicherweise häufiger anstecken, täuscht der Eindruck vieler Eltern nicht: Die Kinder hangeln sich im Winter von einem Infekt zum nächsten.

Das Immunsystem lernt fürs Leben

Das ist zwar für alle Beteiligten lästig, aber für Kinder im Vorschulalter ein unausweichlicher Punkt ihrer Entwicklung. Das Immunsystem, das bei Babys noch völlig unerfahren und daher anfällig ist, muss in den ersten Lebensjahren seine Bibliothek mit Wissen über die verschiedensten Krankheiterreger, davon allein viele Hundert Erkältungsviren, füllen.

Mit jeder Infektion lernt es dazu, damit es im Falle eines erneuten Angriffs eines bereits bekannten Erregers gewappnet ist. Spezielle Strukturen der Immunabwehr erkennen den Erreger wieder und können ihn daraufhin schnell unschädlich machen, ohne dass die Krankheit erneut ausbricht.

Ob im Falle eines Infekts ein Arztbesuch nötig ist, können erfahrene Eltern meist sehr gut einschätzen. Sie merken, wenn sich ihr Kind auffällig verhält. Steigt das Fieber über 40 Grad Celsius, bildet sich hartnäckiger Husten oder eine schmerzhafte Mittelohrentzündung, ist der Gang in die Praxis auf jeden Fall ratsam. Generell lautet die Regel: im Zweifelsfall immer zum Kinderarzt.

Hausapotheke für schnelles Eingreifen

Arzneimittel verkürzen den Infekt zwar nicht, sie können aber dafür sorgen, dass die Symptome gelindert werden. Da Erkältungen gerne abends oder am Wochenende beginnen, ist eine »schnelle Eingreiftruppe« in Form einer kleinen Erkältungs-Hausapotheke Gold wert. Achten Sie darauf, dass die enthaltenen Präparate passend für das Alter Ihres Kindes dosiert sind. Folgendes gehört zur Basis-Ausstattung:

  • Fieberthermometer
  • Fieberzäpfchen oder -saft mit Paracetamol oder Ibuprofen
  • Nasentropfen oder -spray gegen verstopfte Nase
  • Hustenreiz stillende Tropfen oder Saft mit Dextromethorphan oder Pentoxyverin für Kinder ab 2 Jahren

Diese Zusammenstellung lässt sich natürlich noch ergänzen mit Mitteln, die nach den ersten Erkrankungstagen weiterhelfen können, wie Hustenlöser, Meersalz-Nasenspray oder Erkältungscreme mit ätherischen Ölen. Fragen Sie Ihren Apotheker nach geeigneten Präparaten.

Leichterer Verlauf bei Kindern

Zum Glück verlaufen viele grippale Infekte bei Kindern nicht so schwer wie bei Erwachsenen. Die Kinder fiebern zwar schneller und höher, aber nach wenigen Tagen sind die heftigsten Symptome abgeklungen. Und mit den Jahren macht sich die Lernarbeit des Immunsystems bezahlt: Schon im Grundschulalter stecken sich Kinder nicht mehr so häufig an wie vordem.

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RWG Redaktion

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