Unser Gehirn arbeitet im Schlaf weiter

Lesen erleichtert das Einschlafen.

Kennen Sie das? In zeitlich kurzen Träumen können wir ganze Romane erleben. Das zeigt, dass unser Unterbewusstsein viel rascher als das Bewusstsein arbeiten kann. Erlebtes, Wissen, Ängste und Gefühle werden blitzartig gegenübergestellt, ausgewertet und verarbeitet. Beim Träumen leistet unser Gehirn Schwerstarbeit.

Das haben Forscher herausgefunden, als sie die Gehirne von Schläfern untersuchten. Das gelang ihnen mit einem supermodernen Diagnosegerät, dem Positronen-Emissions-Tomograph (PET). Sie waren über die Ergebnisse erstaunt: Kaum setzten die Träume ein, da wachte das Gehirn regelrecht auf: Es verbrauchte beim Träumen zwölf Prozent mehr Energie als im normalen Wachzustand! Wir vermuten: Die Ergebnisse werden den Forschern noch schlaf- und traumlose Nächte bereiten.

Die Lösung im Schlaf finden

Viele historisch belegte Beispiele von Prominenten zeigen uns, dass das Unterbewusstsein im Schlaf wie ein Computer weiterarbeitet. Dabei erzielt es unter Umständen ein Ergebnis. So fand der Chemiker Kekulé im Traum die richtige Formel des Benzols. Im Wachzustand hatte er sich lange vorher vergeblich den Kopf zermartert. Von Niels Bohr, dem Entdecker des Atommodells, wird ähnliches berichtet. Manche Schriftsteller schreiben große Teile ihrer Romane nach Traumerlebnissen.

Solche enormen Leistungen unseres Gehirns sind nur dann möglich, wenn wir uns im Wachzustand schon auf die Suche nach Lösungen begeben haben. Man hat das Gehirn dann nur auf die richtige Fährte angesetzt.

Die ewige Sehnsucht des Menschen, mit Hilfe von Traumsymbolen einen Blick in die Zukunft werfen zu können, bleibt jedoch unerfüllt. Unser Gehirn kann im Traum nur bekannte Umstände berücksichtigen und verarbeiten. Wenn unser Unterbewusstsein daraus Folgerungen zieht, ist das mehr Zufall als Magie.

Die kleinen Schlafhilfen

  • Essen Sie die letzte Mahlzeit drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen.
  • Meiden Sie schwarzen Tee, Kaffee, Cola oder größere Mengen Alkohol.
  • Machen Sie einen ruhigen Spaziergang vor dem Schlafengehen.
  • Gehen Sie regelmäßig zu einer bestimmten Zeit ins Bett und dunkeln Sie das Schlafzimmer ab.
  • Die Temperatur im Schlafzimmer sollte um 17 Grad Celsius liegen.
  • Ein paar Seiten zu lesen, bringt oft die nötige „Bettschwere“.
  • Mit einem Block und Bleistift am Bett können Sie Einfälle notieren. So bekommen Sie den Kopf wieder frei für einen gesunden Schlaf.

Warum man in Nord-Südrichtung besser schläft

Untersuchungen am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried haben ergeben: Die Schlafintensität verlängert sich durch das Schlafen in Nord-Südrichtung um durchschnittlich sieben Prozent, was als sehr bedeutsam gilt. Die Forscher nehmen an, dass die Ursache dieser günstigen Wirkung einem natürlichen Phänomen zugrunde liegt, nämlich dem Erdmagnetfeld.

Unter Umständen hat das Erdmagnetfeld einen gewissen störenden Einfluss auf Zellflüssigkeiten beim Menschen, sobald dieser quer zu ihm liegt. Wer besser schlafen will, der tut also gut daran, sein Bett in Nord-Süd-Richtung aufzustellen.

Quelle: Fit+50 4/08

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RWG Redaktion

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