Allergie aktuell – Aktiv gegen Pollen & Co.

Auch mit sanfter Medizin lassen sich Allergien bekämpfen.

Millionen Menschen leiden an Allergien, besonders viele an Heuschnupfen. Wir informieren, was die Betroffenen beachten sollten, um besser durch den Alltag zu kommen.

Es gibt immer mehr Pollenallergiker

Die Experten sind sich einig: Das Klima verändert sich. Szenarien zufolge werden die Temperaturen bei uns bis zum Jahr 2050 vermutlich um zwei bis drei Grad steigen. Darunter haben vor allem Millionen Pollenallergiker zu leiden. Konkret bedeutet das: Manche Pollen fliegen viel früher, andere Gewächse wiederum schicken sie bis weit in den Oktober auf die Reise.

Doch damit nicht genug. Zusätzlich erscheinen hierzulande immer mehr Pflanzen, deren Pollen eine starke allergene Wirkung auf empfindliche Menschen haben. So zum Beispiel die aus Nordamerika stammende Ambrosia: Sie besitzt das stärkste Allergen. Diese Pflanze ist weitaus aggressiver als die in Birken-, Erlen- oder Gräserpollen enthaltenen Allergene.

Allergene lauern überall

Manchmal sind es auch hausgemachte Allergene wie Staub, Milben, Schimmelpilze, Tierhaare, Papier, Holz oder Mehl, die ihren Opfern in der Nase kribbeln, in die Augen steigen und sie niesen lassen. Vor ihnen muss sich jeder Allergiker besonders fürchten, denn sie sind unausweichlich allgegenwärtig, zeitlos und daher kaum zu bekämpfen.

Wissen Sie beispielsweise, wie Sie auf die ätherischen Öle reagieren, die Zimmerpflanzen abgeben? Haben Sie daran gedacht, dass Usambaraveilchen, Buntnesseln und Kakteen beispielsweise ständig Härchen und Stacheln verlieren, die mit dem Staub in die Atemwege gelangen? Oder dass auf Trockensträußen Schlauchpilze wachsen, deren Sporen Allergien auslösen können?

Der Ausweg aus dem Dilemma

Nun können wir nicht den ganzen Tag mit einer Gesichtsmaske umherlaufen, um die gefürchteten Allergene fernzuhalten.

Wichtigste Regel: Meiden Sie die für Sie verhängnisvollen Allergene, wenn Sie sie kennen. Das ist aber leichter gesagt als getan, und meist kommen Sie nicht um den vom Allergologen durchgeführten Hauttest herum. Vielleicht haben Sie Glück: Der Übeltäter wird entdeckt und kann durch eine Hyposensibilisierungsbehandlung gezielt bekämpft werden. Die Erfolgsraten von inzwischen 80 bis 90 Prozent machen nicht nur morgendlichen Niesern Hoffnung.

Hilfe aus der Apotheke

Als Alternative in der Heuschnupfen-Therapie bieten sich neuerdings auch Pollen-Medikamente an. Denn ein Organismus kann nicht mehr allergisiert werden, wenn das entsprechende Allergen vorher längere Zeit über den Darm aufgenommen wurde. Mit den neuen Gräser-Impftabletten gewöhnt sich das Immunsystem allmählich an den Allergieauslöser. Allerdings nur wirksam, wenn es sich tatsächlich um eine Gräserpollenallergie handelt.

Eine andere Möglichkeit der Behandlung ist die Anwendung von Cromoglicinsäure. Dieser natürliche Wirkstoff unterbindet das Festsetzen von Histaminen. Fragen Sie in Ihrer Apotheke. Zur Soforthilfe bei Heuschnupfen empfehlen sich natürliche Meerwasser-Nasensprays (Apotheke). Sie spülen Staub und Pollen von der Nasenschleimhaut und sorgen so für eine geringere Pollenkonzentration in der Nase. In der Apotheke gibt es auch homöopathische Heuschnupfenmittel.

Homöopathika normalisieren die Fehlfunktion der Schleimhäute. Angewendet werden vor allem Potenzen der Heilpflanzen Adhatoda vasica, Luffa operculata oder Cardiospermum halicacabum. Wenn Sie zu den Heuschnupfengeplagten gehören sollten, dann sprechen Sie Ihre Behandlung möglichst rasch mit Ihrem Arzt oder Apotheker ab. Denn jeder Tag, den Sie länger leiden, kann Ihr Krankheitsbild verschlechtern. Und das muss heute dank den Fortschritten in der Medizin nicht mehr sein.

Tipps für Allergiker

  • Die größte Pollenausschüttung erfolgt in den frühen Morgenstunden zwischen 4.00 und 6.00 Uhr. Zu dieser Zeit sollten die Fenster geschlossen bleiben. Die beste Zeit zum Lüften ist abends zwischen 19.00 und 24.00 Uhr.
  • Im Wohnbereich möglichst täglich Staub saugen, um Pollen auf Teppichen und Möbeln zu entfernen. Der Staubsauger sollte eine hohe Filterleistung aufweisen.
  • Möglichst jeden Abend vor dem Zubettgehen die Haare waschen und die Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen, um keine Pollen ins Schlafzimmer einzuschleppen.
  • Vorsicht bei Trockengestecken und ausgestopften Stofftieren. Bereits geringste Mengen von Pollenrückständen reichen aus, um Beschwerden zu verursachen.
  • Nicht mit offenem Autofenster fahren. Pollenfilter für die Autolüftung gibt es schon für viele Modelle – fragen Sie Ihren Autohändler.
  • Zur Ausfilterung von Pollen & Co. aus der Innenraumluft haben sich Innenraumlüfter bewährt. Sie filtern auch Schadstoffe wie Hausstaubmilben, Tierallergene, Schimmelpilze und Feinstaub aus der Luft heraus.

Quelle: Fit + 50 3/2007

Foto: © fotoknips – Fotolia.com

RWG Redaktion

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